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32 Grad am Polarkreis - Hitzerekorde in der sibirischen Arktis

18:01
24. Juni 2022

32 Grad am Polarkreis
Hitzerekorde in der sibirischen Arktis

632-tagWie das TemperaturRadar zeigt, liegen die Höchsttemperaturen in der sibirischen Arktis derzeit verbreitet über 30 Grad. Die Stadt Norilsk auf fast 70 Grad nördlicher Breite meldete am Donnerstag 32 Grad.

In Sibiriens Arktis sind in dieser Woche neue Hitzerekorde registriert worden. Selbst nördlich des Polarkreises lagen die Höchstwerte über 30 Grad.

Ungewöhnlich warme bis heiße Luft ist in den Norden Sibiriens vorgedrungen. In Norilsk, der nördlichsten Großstadt der Erde, wurde am Donnerstag mit 32 Grad ein neuer Allzeit-Hitzerekord erreicht.

Selbst nachts kühlte sich die Luft in der Region nicht unter die 20-Grad-Marke ab. Damit wurde in der Arktis Sibiriens eine sogenannte Tropennacht beobachtet, ein für die nördliche Polarregion der Erde wirklich außergewöhnliches meteorologisches Ereignis.

632-2Selbst nachts sinken die Tiefstwerte in der Region vielfach nicht unter die 20-Grad-Marke. Per Definition werden dort somit "Tropennächte" verzeichnet.

Allerdings ist eine arktische Nacht im Juni auch nicht wirklich dunkel. Vielmehr geht die Sonne nördlich des Polarkreises gar nicht unter. Sie streicht vielmehr als Mitternachtssonne dicht über den Nordhorizont und schraubt sich danach rasch wieder in den Taghimmel hinauf. Das bedeutet: Bei klarem Wetter kann die Sonne 24 Stunden lang ununterbrochen scheinen.

Immer wieder war es in den vergangenen Sommern in Sibirien ungewöhnlich heiß gewesen. Auch im europäischen Teil Russlands wurden schon Spitzenwerte über 30 Grad registriert, so etwa in der Hafenstadt Murmansk am Weißen Meer. Der jetzt in Norilsk gemessene Spitzenwert von 32 Grad ist für die Stadt neuer Allzeitrekord.

paAuch im Sommer treiben für gewöhnlich Eisschollen auf dem Arktischen Ozean. Doch immer häufigere Hitzewellen im angrenzenden Sibirien könnten dem in Zukunft ein Ende setzen. - © picture alliance

Klimaanalysen zufolge erwärmt sich die Arktis doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Neue Daten zeigen, dass die Erwärmung der nördlichen Barentssee sogar bis zu sieben Mal schneller verläuft.

Der damit verbundene Rückgang des Meereises führt zu einer geringeren Reflexion von Sonnenstrahlung an der Erdoberfläche und somit einer stärkeren Absorption (Aufnahme) von Wärme. Dadurch entsteht eine positive Rückkopplungsschleife, die zu noch mehr Eisschmelze und damit zu weiterer Erwärmung führt.

Mitternachtssonne am Polarkreis

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