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Wetterrückblick

Dienstag, 29.08.2006

Rückblick August 2006

Reichlich Regen und Unwetter

Dem bislang heißesten Juli in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen steht ein nasser, wechselhafter und eher kühler August 2006 gegenüber. Zahlreiche Tiefdrucklagen über Mitteleuropa haben für ungewöhnlich viele Regentage gesorgt. Die Regenfälle waren regional sehr intensiv. Es traten mehrere Unwetter-Ereignisse auf, darunter beispielsweise ein Tornado in Rheinland-Pfalz und Starkregen in Berlin. Entsprechend gab es wenig Sonnenschein, nur auf den Ostseeinseln waren lokal mehr als 200 Sonnenstunden zu verzeichnen. Der Monat fiel im Küstenumfeld im Vergleich zum klimatologischen Augustmittel wärmer, vom nördlichen Mittelgebirgsraum bis zum Alpenrand kühler als im Durchschnitt aus.

Am wärmsten mit einer mittleren Temperatur von 18 bis 18,5 Grad und positiven Abweichungen von ein bis zwei Grad gegenüber dem langjährigen Durchschnitt zeigte sich der Monat auf den Nord- und Ostseeinseln. Bei weitem nicht so warm wie gewöhnlich in einem August war es verbreitet von der nördlichen Mittelgebirgsschwelle bis zu den Bayerischen Alpen. Dort lag die mittlere Temperatur vielfach zwischen 14,0 und 17,5 Grad, das sind - verglichen mit den Werten der Referenzperiode von 1961 bis 1990 - ein bis zwei Grad weniger.

Am meisten geregnet hat es mit 200 bis teils über 250 Liter pro Quadratmeter an der Nordsee, am Alpenrand und im Berliner Raum. Dort führten mehr als 15 Regentage in Kombination mit einigen Starkregen-Ereignissen zu immensen Niederschlagsmengen, die um das Zwei- bis Vierfache über den langjährigen, durchschnittlichen Regensummen eines Augustmonats lagen und damit rekordverdächtig sind. Auch im Westen und Südwesten Deutschlands fielen häufig mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter, die sich oft auf etwa 20 Regentage verteilten. Auf der Zugspitze bildete sich gegen Ende August eine über 35 Zentimeter dicke Neuschneedecke.

Seltener und weniger Regen fiel aufgrund der vorwiegend südwestlichen bis nordwestlichen Anströmung östlich von Mittelgebirgskämmen. So ergaben sich von Nordhessen über die Magdeburger Börde und die Leipziger Bucht bis zur Spree teilweise nur relativ geringe Abweichungen, bezogen auf die Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Auch das Auftreten von nur wenigen warmen Tagen mit Höchstwerten von 25 Grad und mehr belegen den - von den im zweiten Absatz genannten Ausnahmen abgesehen - kühlen August 2006. Eine vorübergehende, warme Südwetterlage führte nur von Niederbayern bis nach Franken sowie entlang der "Oder-Neiße-Linie" um den 17. August zu Höchstwerten von knapp 30 Grad, so dass dort annähernd das Kriterium für einen Tropentag erfüllt wurde.

Die Gesamtzahl der Sonnenstunden lag zumeist zwischen 120 und 160. Dies sind nur circa zwei Drittel bis drei Viertel der langjährigen Mittelwerte, die in Deutschland näherungsweise um 200 Sonnenstunden im August schwanken. Häufiger schien die Sonne entlang der Nord- und Ostseeküste. Dort wurden 170 bis 220 Stunden Sonnenschein registriert mit den höheren Werten auf der Insel Fehmarn. Aber auch im Nord- und Ostseeumfeld erreichte die Sonnenscheindauer im August 2006 lediglich 75 bis 90 Prozent der langjährigen Mittelwerte.

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