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Montag, 23.03.2020

Wetterlage macht es möglich

Luft so sauber wie lange nicht

Glasklare Luft und gute Fernsicht - derzeit ist sehr wenig Dreck in der Luft. Der Hauptgrund hierfür ist die Wetterlage und nicht etwa die Folge der Corona-Krise. Luftverschmutzung und Ausbreitung des Virus könnten aber zusammenhängen.

Der tiefblaue Himmel ist aktuell ein gutes Indiz für die klare und reine Luft. Bild: Einfach Wolfgang via WetterMelder Deutschland

Beim Blick aus dem Fenster lässt sich die klare Luft unschwer erkennen. Fast im ganzen Land liegt die Fernsicht derzeit bei 50 Kilometer oder mehr. Sowohl die Feinstaub- als auch die Schwefeldioxidkonzentration sind sehr niedrig. Beides entsteht bevorzugt durch den Straßenverkehr und durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Am Beispiel von Stuttgart lässt sich erkennen, dass auch die üblichen Tagesspitzen im Moment nur sehr gering ausfallen. Diese entstehen durch die Zunahme des Verkehrs und der erhöhten Industrieproduktion am Tag.

Die Grafik zeigt die Konzentration von Stickstoffdioxid am Neckartor in Stuttgart in den vergangenen fünf Tagen.

Das geringere Verkehrsaufkommen und die zum großen Teil still gelegte Wirtschaft hat mit Sicherheit einen Einfluss auf die Konzentration von Staub und Dreck in der Luft. Die aktuelle Wetterlage ist allerdings viel wichtiger. Am Rande eines kräftigen Hochs über dem Baltikum wird trockene und kalte Luft aus Sibirien nach Mitteleuropa geführt. Diese ist sehr klar und rein. Hinzu kommt ein böiger Ostwind, der einer sogenannten Inversion keine Chance lässt. Unter einer solchen würde die Konzentration von Staub, Ruß und Dreck rasant zunehmen.

Aktuelle Wetterlage: Ein Hoch über dem Baltikum führt trockene Polarluft nach Mitteleuropa.

Der Grad der Luftverschmutzung hat aber wohl einen Einfluss auf die Verbreitung des Virus. Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Häufigkeit von Covid-19-Fällen besteht. So könnten sich die Viren besonders in feuchter Luft auf Feinstaubpartikeln mehrere Tage bis Wochen halten und durch den Wind verbreitet werden. In der italienischen Poebene waren genau diese Bedingungen zuletzt gegeben.

Die Verunreinigung mit Stickstoffdioxid war in der italienischen Po-Ebene europaweit zuletzt am stärksten. Bild: ESA

Wärme und besonders trockene Luft sorgen allerdings dafür, dass das Virus nicht so lange auf den Feinstaubpartikeln durchhält. Sollte sich die Studie bestätigen, würde die derzeitige Wetterlage mit der trockenen Luft und wenig Staub die Ausbreitung des Virus verlangsamen.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline Redaktion)

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