WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Mittwoch, 22.12.2021

Wetterkrimi zu Weihnachten

Chancen auf ein weißes Fest

Selten ist wenige Tage vor dem Fest beim Wetter so viel Spannung gewesen. Zwischen Vorfrühling bei plus 10 Grad, Schneegestöber und eisiger Ostluft ist nahezu alles dabei.

Im Video erklärt Annika Jacob, wie es zu der großen Spannung beim Wetter kommt und verrät, wo es an Weihnachten weiß werden kann.

Die Chancen auf weiße Weihnachten stehen in diesem Jahr zumindest regional gar nicht schlecht. Nach aktuellem Stand deutet sich für die Mitte Deutschlands eine weiße Überraschung an. Wo genau es schneien wird, ist jedoch noch unsicher. Eine ganz bestimmte Wetterlage macht es sehr schwierig, den Schnee vorherzusagen.

Mit einem Tief über dem Atlantik und einem Tief über dem Baltikum treffen zwei gegensätzliche Luftmassen aufeinander. Genau an ihrer Grenze kann es Flocken geben.

An den Festtagen rangeln zwei sogenannte Luftmassen miteinander. Ein Tief über dem Atlantik schaufelt milde Meeresluft zu uns. Sein Gegenspieler liegt über dem Baltikum und pustet eisige Polarluft in unsere Richtung. An den Weihnachtstagen treffen diese unterschiedlichen Luftmassen aufeinander und es entsteht eine scharfe Grenze. An dieser wird es voraussichtlich schneien.

Unsicher ist jedoch, wo genau diese Grenze liegen wird. Das erste Szenario: Die milde Luft aus Süden ist stärker und damit verlagert sich das mögliche Schneegebiet Richtung Norden. Das zweite Szenario: Die kalte Luft hat einen Vorteil und die Luftmassengrenze wird weiter in den Süden geschoben.

Die WetterRadar-Animation zeigt, wie mild es an Heiligabend wird und wo es regnet.

An Heiligabend setzt sich zunächst das Tief mit der milden Luft durch. Lediglich in den frühen Morgenstunden kann es von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern noch nasse Flocken geben. Im Laufe des Tages geht es mit den Temperaturen dann aber auf Höchstwerte zwischen 5 und 10 Grad hinauf, sodass der Niederschlag als Regen fällt. Am 24. Dezember gibt es also eher ungemütliches, grünes Weihnachtswetter.

Am ersten und zweiten Weihnachtstag ändert sich für die Südhälfte nur wenig. Es gibt viele Wolken und immer mal etwas Regen bei Temperaturen um 10 Grad. Im Norden aber kämpft sich die kalte Luft weiter Richtung Süden vor. An der sogenannten Luftmassengrenze zwischen kalt und warm kann es dann Schnee oder Schneeregen geben. Die Flocken rieseln voraussichtlich zwischen Hamburg und dem Main. Bis zum Abend des zweiten Weihnachtstages sind damit gebietsweise etwa 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee nicht ausgeschlossen.

Nördlich der Luftmassengrenze gehen die Temperaturen auf Werte um den Gefrierpunkt zurück. Auch gefrierender Regen ist daher möglich. Die Straßen werden in diesem Fall rutschig. Welche Gebiete genau gefährdet sind, ist nach derzeitigem Stand noch nicht sicher.

Die Karte zeigt die Höchstwerte am zweiten Weihnachtstag. Auch die Luftmassengrenze ist an den großen Temperatursprüngen gut zu erkennen.

Es gibt allerdings weitere Wettervarianten, bei denen die kalte Luft nur wenig nach Deutschland vordringt. Mehr als den äußersten Nordosten würde sie demnach nicht erreichen. Sollten sich diese Modelle bestätigen, dann wird es fast nirgendwo weiß.

(Ein Bericht von Annika Jacob aus der WetterOnline-Redaktion)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...