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Mittwoch, 21.04.2021

Weiterhin kalte Nächte in Sicht

Frost schadet Obsternte

Die kalte Witterung der vergangenen Wochen hat besonders in der Landwirtschaft zu erheblichen Problemen geführt. Obstbauern beklagen bereits große Frostschäden. In den nächsten Tagen werden die Nächte gebietsweise erneut kalt.

Frische Blüten sind nach einer Frostschutzberegnung dick mit Eis überzogen. Der Eispanzer schützt die Blüten und Früchte vor dem Erfrieren.

Die bereits in Blüte stehenden Obstbäume wurden durch zahlreiche Frostnächte im April zum Teil stark beschädigt. Trotz großer Anstrengungen der Landwirte, um die Blüten vor dem Frost zu schützen, sind allein in Deutschland mehr als 2000 Hektar Obst- und Weinbauflächen betroffen. Besonders im Südwesten des Landes sind die Schäden enorm. Dort drohen Ernteausfälle zwischen 40 und 80 Prozent, stellenweise sind sogar bis zu 100 Prozent der Ernte bereits vernichtet.

Sogenannte Frostkerzen schützen empfindliche Triebe und Blüten vor dem Frost. Bild: dpa

Auch in der Schweiz sind die Schäden gewaltig. Im Wallis, am Genfer See sowie im Jura sind nach eisigen Nächten 70 bis 90 Prozent der Blüten erfroren. In Frankreich erwarten die Winzer nach den Frostnächten zu Monatsbeginn Milliarden-Schäden. Rund ein Drittel der jährlichen Weinproduktion fiel dem Frost zum Opfer.

Die Obstbauern müssen derzeit intensiven Frostschutz betreiben, damit die Blüten und jungen Früchte nicht erfrieren.

Ursache für die kalte Wetterlage war ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet über dem Atlantik und ein Tief über Skandinavien. Dazwischen wurde der Weg für Polarluft nach Deutschland frei. In der Folge fielen die Temperaturen vor allem nachts bei klarem Himmel regional deutlich unter den Gefrierpunkt. Auch in den kommenden Tagen drohen gebietsweise erneut frostige Nächte. Besonders Bodenfrost ist dann nahezu landesweit ein Thema.

(Ein Bericht von Dennis Oswald aus der WetterOnline-Redaktion)

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