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Sonntag, 17.05.2020

Waldbrandgefahr nimmt zu

Trockenheit verschärft sich

Der wichtige Mairegen für die Natur bleibt in den nächsten Tagen aus. Daher verschärft sich die Trockenheit weiter und die Waldbrandgefahr steigt deutlich an. Landwirte bangen bereits um ihre Ernte.

Auf rund 600 Quadratmetern brennt ein Waldstück oberhalb eines Campingplatzes in Lorch (Rheingau-Taunus). Bild: kalbacho-foto / Freiwillige Feuerwehr Lorch am Rhein via Facebook

Durch das trockene Maiwetter steigt die Waldbrandgefahr in Deutschland wieder an. Zum Wochenstart ist sie besonders im Norden und in der Landesmitte vielfach hoch. Teils wird auch die höchste Waldbrandstufe im Nordosten des Landes erreicht. Mehrere kleine Brandherde hielten einige Feuerwehren in den vergangenen Tagen bereits in Atem.

In Bingen und Lorch am Rhein entwickelten sich am Samstag Feuer in unwegsamen Gelände, die jedoch rasch gelöscht werden konnten. Die Ursache für die meisten Brände geht auf das unsachgemäße Verhalten von Menschen zurück. Neben Brandstiftung sind dies Grillen, Lagerfeuer und das Wegwerfen noch glimmender Zigaretten.

Auf vielen Äckern sind wegen der Trockenheit Schäden zu beobachten, wie zum Beispiel im Landkreis Kitzingen oder in Brandenburg. Eigentlich sollte auf den Feldern das Sommergetreide auflaufen. Doch bei etwa 60 Prozent der Pflanzen liegen die Samen noch unausgetrieben im Boden. Damit sie endlich auskeimen, bräuchte es in den trockenen Regionen viele Liter Regen. Beim Wintergetreide sind außerdem erste Trockenschäden festzustellen. Das Getreide ist deutlich zu dünn. Gerade in der Blühzeit, brauchen die Pflanzen dringend Wasser.

Ausgetrocknet und aufgerissen ist der Boden im brandenburgischen Sieversdorf. Bild: dpa

Aus den unteren Bodenschichten können die Pflanzen nur begrenzt Wasser aufnehmen. Besonders in den Gebieten, wo der Boden sandig ist, sieht es schlimm aus. Das verheerendste Szenario für die Landwirtschaft wären anhaltende Hitze und gleichzeitig wenig Regen. Nur ein feuchter Mai könnte die Situation noch lindern. Doch nach ergiebigen Regenfällen sieht es auch in der nächsten Woche nicht aus.

Ein Gerstenfeld unweit von Gütersloh in der Westfälischen Bucht: Durch die Halme strahlt die Sonne und trocknet den Boden aus. Das sonnige Frühlingswetter macht Bauern Sorgen. Denn Nutzpflanzen und Bäumen fehlt der Regen.

Bis mindestens nächsten Freitag geht es in weiten Landesteilen trocken weiter. Lediglich Richtung Ostsee und über den Alpen kann man auf etwas Nass von oben hoffen. Ein paar Tropfen sind zwar generell in der gesamten Nordhälfte nicht ausgeschlossen, aber das ist für die Natur kaum erwähnenswert. Erst nach Vatertag ziehen nach jetzigem Stand Schauer und Gewitter auf, die punktuell Regen bringen. Eine längere regnerische Wetterlage ist nicht in Sicht.

Bis Freitag fallen nur Richtung Ostsee und über den Alpen mehr als 5 Liter pro Quadratmeter.

(WO/dpa)

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline Redaktion)

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