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Samstag, 01.02.2020

Wärme, Eisluft und Sturm

Das alles ist im Februar möglich

Der Februar ist ein echter "Winterling", eine Mischung aus Winter und Frühling. Von über plus 20 Grad bis zu bitterkalten Nächten ist alles möglich. Aber auch bei Wind und Schnee kann der Monat Extreme auffahren.

Rekordwarm war der 29. Februar 1960. Damals zeigte das Thermometer in Kaiserslautern 22,5 Grad an. Ähnlich warm war es Ende Februar im vergangenen Jahr sowie im Jahr 1900. Dabei gingen die Temperaturen bis 22 Grad herauf. Der Wintermonat kann aber auch ganz anders: Am 10. im Jahr 1956 wurde in Weiden in der Oberpfalz eine Tiefsttemperatur von minus 32,8 Grad gemessen und Ende des Monats fror man in Gardelegen in Sachsen-Anhalt bei minus 28,9 Grad. Der Februar 1956 war zudem mit Abstand der kälteste Februarmonat seit Messbeginn.

Nach einem noch milden Januar flutete damals eine Kältewelle das ganze Land wochenlang mit sibirischer Frostluft. Nicht ganz so streng, aber ebenfalls fast durchgehend eisig, war der Februar 1963 zum Ende hin. Der Winter war einer der kältesten des 20. Jahrhunderts, dabei herrschte von Dezember bis in den März hinein fast durchgehend Dauerfrost. Schneerekorde wurden aber in anderen Jahren registriert: So lag der Schnee im Februar 1953 auf dem Brocken drei Meter hoch. Ähnlich viel wurde auch am 12. Februar 1952 auf dem Feldberg erreicht.

Große Teile Ostbayerns versanken ab dem 7. Februar 2006 im Schnee, wie hier in dem Städtchen Regen im Bayerischen Wald. Örtlich türmte sich der Schnee bis zu 1,60 Meter Höhe hoch und lastete tonnenschwer auf Dächern. Bild: dpa

Auch der Februar 2006 war in den östlichen Mittelgebirgen extrem schneereich. So lagen in Neureichenau am 12. des Monats über 2 Meter. Die höchste Niederschlagsmenge an einem Tag mit knapp 98 Liter pro Quadratmeter verzeichnete Schmücke im Thüringer Wald am 3. Februar 1909. Der ergiebige Schneefall ging damals rasch in Regen über. Nach rascher Schneeschmelze trat die Werra über die Ufer. Am 22. Februar 1970 wurden an zahlreichen Stationen im Rheingebiet 50 Liter und mehr gemessen, was ein starkes Hochwasser zur Folge hatte.

Doch auch schwere Stürme können über Deutschland fegen, wie zum Beispiel die Orkanserie im Jahr 1990. Besonders VIVIAN und WIEBKE verursachten Schäden in Milliardenhöhe. Am 26. Februar wurde auf Sylt ein Luftdruck von 957 Hektopascal gemessen, wahrscheinlich der tiefste Druck in einem Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Am selben Tag registrierte St. Peter-Ording eine Orkanböe von Tempo 148, einen Tag später waren es auf dem Wendelstein 265 Kilometer pro Stunde.

VIVIAN und WIEBKE verwüsteten Ende Februar 1990 große Waldgebiete, wie hier im Taunus. Bild: dpa

Ein ähnlich schweres Ereignis gab es am 23. Februar 1967 in Norddeutschland, als Orkan XANTHIA über die Deutsche Bucht mit Spitzenböen bis Tempo 140 hinwegrauschte. Der Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl verunglückte auf der Nordsee und verlor dabei seine gesamte vierköpfige Besatzung. Eine heftige Sturmflut beschädigte die Deiche an der Nordseeküste. Daraufhin mussten die Behörden in Schleswig-Holstein Katastrophenalarm auslösen. In den Innenstädten wurden zahllose Schaufensterscheiben durch den enormen Winddruck zerstört.

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