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Dienstag, 20.08.2019

Vorläufige Regen-Bilanz

Sommer wieder ein ganz trockener

Nach dem wechselhaften Wetter der vergangenen Wochen kaum zu glauben: Der Sommer 2019 ist auf dem besten Weg unterm Strich nach 2018 wieder einer der trockensten der vergangenen Jahrzehnte zu werden. Regional ist der Boden derzeit sogar trockener als vor einem Jahr.

Der Sommer 2019 wird wahrscheinlich nach 2003 und 2018 der dritttrockenste Sommer der vergangenen 30 Jahre.

Das wechselhafte Wetter der vergangenen Wochen täuscht: Die Monate Juni, Juli und August kommen im Landesmittel wohl kaum auf 180 Liter pro Quadratmeter. Dies entspricht weniger als 75 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Damit wäre der Sommer hinter 1976, 1983, 2003 und 2018 der fünfttrockenste in den vergangenen 50 Jahren.

Besonders trocken war es dabei im östlichen Regenschatten von Harz und Erzgebirge. In Teilen von Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen kamen in den drei Sommermonaten unter 70 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Am trockensten war es dabei bisher in Coswig-Düben in Sachsen-Anhalt mit nur 52,6 Liter. Dies entspricht lediglich 30 Prozent des langjährigen ohnehin schon niedrigen Sommermittels dort. Am feuchtesten war es am Alpenrand mit bis zu 500 Liter in Oberstdorf. Aber auch dies ist weniger als im dort viel höheren Mittel.

In weiten Teilen der Nordhälfte ist der Gesamtboden trockener als in 2 Prozent der Fälle. Dies bedeutet eine außergewöhnliche Dürre. Aber auch fast in allen anderen Landesteilen ist der Boden trockener als im Mittel. Bild: Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Der im vergangenen Jahr ausgetrocknete Boden konnte sein Feuchtigkeitsdefizit auch dieses Jahr nicht aufholen, im Gegenteil: In großen Teilen der Nordhälfte ist der Gesamtboden (im Mittel 1,8 Meter mächtig) sogar noch trockener als im August 2018. Dort herrscht verbreitet eine außergewöhnliche Dürre. Dies bedeutet, dass der Boden derzeit trockener ist als an 98 Prozent aller Augusttage der vergangenen 65 Jahre. Lediglich in Schleswig-Holstein und generell nach Südwesten sieht es etwas besser aus.

Ganz anders verhält es sich dagegen mit der Feuchtigkeit der obersten Zentimeter des Bodens, die für die Landwirtschaft und den Garten entscheidend sind. Dort steht für die flachwurzelnden Pflanzen nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen derzeit verbreitet genug Wasser zur Verfügung. Doch auch dies könnte sich ändern, denn mindestens die nächsten sieben Tage versprechen kaum Regen. Immerhin ist dies im Spätsommer für die Landwirtschaft nicht mehr so entscheidend wie im Frühjahr. Für das Grundwasser geht die Mangelzeit dagegen weiter.

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