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Dienstag, 01.10.2019

Von Spätsommerwärme bis Schnee

Das alles kann der Oktober

Viele verbinden den Oktober mit goldenen Momenten. Dabei kann es nochmals richtig warm werden. Doch der Herbstmonat kann auch ganz anders: Neben schweren Stürmen sind auch frühe Wintergrüße mit Schnee nicht selten.

Temperaturrekorde im Oktober: Sommerhitze gab es im Jahr 2009 zum Monatsanfang, knackige Kälte im Jahr 1920 und 2003 zum Monatsende.

Spätsommer versus Frühwinter: Temperaturunterschiede von mehr als zwanzig Grad können die Kleiderwahl im Oktober sehr schwierig machen. Hochs in Kombination mit Südwestwinden bringen nicht selten T-Shirt-Wetter zurück. Am 7.10.2009 wurden in Müllheim bei Freiburg schweißtreibende 30,9 Grad gemessen. Ähnlich heiß war es am 3.10.1985 in Freiburg und Emmendingen. Bitterkalt können die klaren Nächte werden, wenn aus Norden Polarluft einsickert. So zeigte das Thermometer auf dem Fichtelberg am 31.10.1920 minus 16,3 Grad an.

Sehr frische Nächte sind nicht ungewöhnlich. Allerdings treten strenge Nachtfröste eher selten auf. Diese Rose im Hochsauerland hat es Ende Oktober 2012 im wahrsten Sinne des Wortes "eiskalt erwischt". Bild: Constantin Venema

In Oberstdorf im Allgäu wurden am 25.10. 2003 minus 13,3 Grad gemessen, in Deutschdorf-Brüderweise im Erzgebirge waren es am 29.10.2012 minus 11,2 Grad. Auch im Flachland trat damals gerade zum Ende des Monats oft mäßiger bis strenger Frost auf. Frühe Wintergrüße mit viel Schnee gab es 1974. Zum Monatsende lag der Schnee im Rauschberg Ruhpolding 1,60 Meter, auf dem Feldberg im Südschwarzwald 1,40 Meter hoch. Auf der Zugspitze waren es 3,95 Meter.

2015 schneite es zur Monatsmitte bis weit herunter. Zwickau in Sachsen präsentierte sich hochwinterlich. Bild: Brigitte Kruger

In Oberstdorf gab es mit 66 Zentimeter die höchste je gemessene Schneehöhe im letzten Oktoberdrittel. Selbst in den mittleren Lagen, wie im Sauerland oder Thüringer Wald, kamen teilweise 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee zusammen. Frühe Wintereinbrüche kann es auch in den ersten Oktobertagen geben, dies war zum Beispiel 2016 im Schwarzwald der Fall. Typischer für den Herbst sind jedoch Stürme, die durchaus hohes Schadenspotenzial haben können.

Am 27.10.2002 wütete Orkan JEANETTE in Südwest- und Mitteleuropa und richtete Schäden von rund 1,7 Milliarden Euro an. Auf dem Fichtelberg wurde damals eine Böe von 182 Kilometer pro Stunde registriert. Am 28.10. 2013 fegte Orkan CHRISTIAN über den Norden Deutschlands und verursachte in vielen Regionen Chaos. St. Peter-Ording meldete eine Spitzenböe von 172 Kilometer pro Stunde. Ebenso schadensträchtig war Sturm XAVIER am 5.10.2017. Dabei riss er etliche Bäume um, der Bahnverkehr wurde zeitweise komplett eingestellt.

Sturmtief XAVIER riss am 5. Oktober 2017 vor allem in Norddeutschland unzählige Bäume um, so wie hier in Hamburg. Bild: dpa

Auch in Sachen Niederschlag hat der Herbstmonat einiges zu bieten: Am 1.10.1968 schüttete es in Aschau-Stein im Chiemgau wie aus Eimern. Binnen 24 Stunden kamen 143 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel, mehr als doppelt so viel wie sonst im ganzen Monat. Der Monatsniederschlag kann in manchen Jahren mehr als 300 Liter betragen. Einen Rekord mit 516 Liter stellte Baiersbronn im Schwarzwald im Jahr 1974 auf. Im Gegensatz dazu gehörte der Oktober in den Jahren 1995 und 2007 zu den trockensten der vergangenen 30 Jahre.

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