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Wetternews

Samstag, 28.07.2018

Verletzte durch Blitzeinschläge

Gewitter richten Schäden an

Gleich zwei Gewitterfronten haben am Samstag in einigen Regionen Schäden verursacht. Mehrere Menschen wurden durch Blitzschläge verletzt. Die Feuerwehren mussten zu etlichen Einsätzen ausrücken. Bahnreisende brauchten zudem viel Geduld.

Vor allem über Norddeutschland toben sich Unwetter aus. Sturmböen reißen etliche Bäume um. In Daverden bei Bremen wird ein Haus beschädigt. Bild: dpa

Besonders heftig krachte es in Teilen Norddeutschlands und in der Landesmitte. In Neuferchau im Kreis Salzwedel trugen bei einem Blitzeinschlag in ein Scheunendach zehn Menschen Verletzungen davon, dort fand auf dem Grundstück eine Familienfeier mit rund 40 Teilnehmern statt. Fünf Kinder erlitten Verbrennungen und einen Schock. Im thüringischen Nöda schlug ein Blitz in ein Reihenhaus ein und setzte Teile des Dachstuhls in Brand. Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten die Flammen löschen. Der Schaden beträgt 150.000 Euro.

Im Erzgebirge drücken die Wasser- und Schlammassen in die Ortschaften. In Königswalde ist die Feuerwehr im Großeinsatz. Bild: extremwetter.tv

Die Hamburger Feuerwehr meldete rund 60 wetterbedingte Einsätze. Bei einem Großteil davon ging es um Dachziegel oder Äste, die herabzufallen drohten. Auch in einigen Landkreisen von Schleswig-Holstein mussten die Einsatzkräfte häufig ausrücken, meist wegen umgestürzter Bäume. Einige Straßen wurden überflutet. Zwischen Langwedel und Etelsen (Landkreis Verden) kippten Bäume auf Bahngleise und Oberleitungen. Die Bahnstrecke von Bremen nach Hannover war zeitweise gesperrt. Behinderungen im Zugverkehr gab es ebenfalls zwischen Bremen und Harburg.

Auf einem Flugplatz bei Hohenlockstedt nördlich von Hamburg wurde das Musikfestival Habitat für mehrere Stunden unterbrochen. Der Berliner Christopher Street Day wurde am Abend ganz abgebrochen. Im ostfriesischen Leer berichteten Anwohner von einer Windhose. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um Gewitterfallböen. Mehrere Bäume stürzten um und blockierten Straßen. Im Erzgebirgskreis hinterließ ein Gewitter in einigen Orten eine bis zu 4 Zentimeter dicke Hageldecke. Die Gemeinde Königswalde kämpfte zudem gegen Überflutungen.

Unser Blitzradar zählte am Samstag mehr als 280.000 Blitze über Deutschland und seinen Nachbarländern. Daten: nowcast

Verantwortlich für die Unwetter waren die Wetterfronten von Tief JULI bei Schottland. Vor der Kaltfront formierte sich eine sogenannte Konvergenzlinie, bei der südöstliche auf südwestliche Winde prallten. Dort wurde die Luft zum Aufsteigen gezwungen und es bildeten sich hochreichende Gewittertürme. In kurzer Zeit prasselten örtlich 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Die Gewitter produzierten auch schwere Sturmböen. In Bremervörde westlich von Hamburg und im fränkischen Coburg wurden Böen von 101 Kilometer pro Stunde registriert.

(WO/dpa/AFP)

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