WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Donnerstag, 17.06.2021

Unwettergefahr steigt an

Schwere Gewitter möglich

In den kommenden Tagen brauen sich voraussichtlich mehrere schwere Gewitterlagen zusammen. Unwetter mit heftigem Starkregen, großem Hagel und Orkanböen können Schäden bringen.

In schwülheißer Luft entladen sich örtlich schwere Gewitter. Besonders am Sonntag ist die Unwettergefahr erhöht.

Bereits am Freitag sind in der Westhälfte einzelne unwetterartige Gewitter möglich. Der Samstag verläuft nach derzeitigem Stand für die meisten noch ruhig, sonnig und heiß. Nur in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen ist das Gewitterrisiko höher. Besonders in den Mittelgebirgen und Alpen entladen sich nur vereinzelt kräftige Hitzegewitter. In der Nacht zum Sonntag steigt das Gewitterrisiko von Westen her deutlich an.

Was uns in den kommenden Tagen erwartet, zeigt Annika Jacob im Video.

Bereits am Sonntagvormittag kann es von Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen bis nach Rheinland-Pfalz erste, teils kräftige Gewitter geben. Ein größeres Gewittersystem mit Unwetterpotenzial könnte uns von Benelux her erreichen. Ob sich dieses System wirklich bildet und uns in voller Stärke trifft, kann auch drei Tage im Voraus nicht genau vorhergesagt werden. Der zeitliche Ablauf ist ebenfalls noch sehr unsicher.

Im weiteren Tagesverlauf steigt voraussichtlich in schwülheißer Luft von Schleswig-Holstein über die Landesmitte bis nach Baden-Württemberg und Bayern das Gewitterrisiko an. Auch in der Westhälfte gibt es wahrscheinlich noch Gewitter. In den erwähnten Gebieten kann es örtlich zu heftigen Unwettern mit großem Hagel bis 5 Zentimeter, kräftigem Starkregen und Orkanböen kommen.

Es gibt aber auch noch ein paar Unsicherheiten. Zum einen könnte das Gewittersystem am Sonntagvormittag schon viel Energie aus der schwülheißen Gewitterluft verbrauchen. Zum anderen ist eine große Menge Saharastaub in der Luft, der die Sonneneinstrahlung dämpfen könnte. Sollte dies der Fall sein, kann sich deutlich weniger Energie aufbauen und das Unwetterpotenzial wäre demnach etwas schwächer.

Die Karte zeigt, dass viel Saharastaub am Wochenende in der Luft ist.

Ursache für die großflächige Gewitterlage ist schwülheiße Luft, die aus Südwesteuropa zu uns gelangt. Anhand von CAPE (Convective Available Potential Energy) lassen sich die Gefahren grob abschätzen. Als CAPE wird die Energie bezeichnet, die einem Gewitter zur Verfügung steht. Einfach gesagt: Mit steigenden Werten nimmt auch die Unwettergefahr zu. Das europäische Modell zeigt am Sonntag sehr hohe Werte an. Genügend Energie für kräftige Gewitter ist also vorhanden.

Die Karte zeigt, wie viel Energie den Gewittern am Sonntag zur Verfügung steht. Je röter die Farben, desto mehr Energie ist vorhanden. Die weißen Zahlen zeigen die Windscherung in Meter pro Sekunde an. Besonders im Westen ist diese erhöht.

Gleichzeitig ist die sogenannte Windscherung zwischen einem bis sechs Kilometer Höhe deutlich erhöht. Als Windscherung wird die Geschwindigkeit- und Richtungsänderung zwischen diesen Höhen bezeichnet. Wenn die Windscherung erhöht ist, können sich die Gewitter besser organisieren und die Gefahr von großem Hagel und Orkanböen steigt an. Somit würde auch weniger Energie (Cape) für unwetterartige Gewitter ausreichen.

Wir halten Sie auf bei WetterOnline.de auf dem Laufenden. Auch ein Blick ins WetterRadar zeigt, ob sich ein Gewitter in den nächsten Stunden nähert.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...