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Dienstag, 11.06.2019

Unwetter im Südosten

Große Schäden um München

Schwere Unwetter mit Starkregen, Sturmböen und vor allem großem Hagel haben im Südosten gewütet. Besonders der Großraum München war betroffen. Der Bahnverkehr kam ins Stocken und es gab mehrere Verletzte.

Eisbrocken mit einem Durchmesser von sechs Zentimeter und mehr prasselten rund um den Ammersee vom Himmel. Bild: Rob

Heftige Gewitter mit Sturmböen, Starkregen und Hagel sind am Montagabend über Teile Bayerns, Sachsens und Brandenburgs gezogen. Mehrere Menschen wurden durch umstürzende Bäume oder Hagelschlag verletzt. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst wurden zu Hunderten Einsätzen gerufen. Im Großraum München durchschlugen die Eisbrocken viele Autoscheiben und Dachfenster, teilweise zerstörten sie auch ganze Hausfassaden. Zudem standen einige Häuser unter Wasser. Der Sturm entwurzelte viele Bäume.

Wie hier in Germering wurden ganze Hausfassaden zerstört. Bild: Claudia Weinmann

Im Stadtgebiet München zählte die Feuerwehr gut 550 Einsätze, im Landkreis mehr als 100. Besonders viel los war in Garching, Oberschleißheim und Unterschleißheim. Die Feuerwehr räumte ein Volksfest - die Besucher kamen vorübergehend in einer Schule unter. Mindestens drei Menschen wurden rund um München durch Hagel leicht verletzt.

Auf dem Ammersee und dem Starnberger See kenterten mehrere Boote. Die Eisbrocken erreichten dabei die Größe von Tennisbällen, also von mehr als sechseinhalb Zentimeter im Durchmesser. Örtlich kamen sogar noch größere Hagelkörner vom Himmel. Auch auf den Autobahnen ging zeitweise nichts mehr. "Eisbrocken schlugen wie Gewehrsalven auf uns ein", sagte eine Autofahrerin aus München.

Der Vergleich mit dem Obst auf diesem Teller macht deutlich, wie riesig die Eissteine sind, die vom Himmel fielen. Bild: Kaspar Kaven via Facebook

Die schweren Gewitter wirkten sich auch auf den Bahnverkehr im Großraum München aus. Mehrere Bäume fielen auf die Gleise. S-Bahnen fuhren am frühen Abend zeitweise im gesamten Netz nicht, Züge wurden in Bahnhöfen zurückgehalten. Der Regionalverkehr auf der Strecke München - Landshut eingestellt, weil ein Baum auf den Gleisen lag und eine Oberleitung abgerissen war. Auch andernorts kam es zu großen Verzögerungen durch die Unwetter.

Auch in Sachsen, Thüringen und Brandenburg verursachten die Unwetter Schäden und Behinderungen. In Aue, Anaberg-Buchholz und Marienberg im Erzgebirgskreis wurden zahlreiche Straßen überflutet. In der Gemeinde Thermalbad Wiesenbach südlich von Chemnitz ging nach heftigem Regen eine Schlammlawine ab. Eine Straße musste zwischenzeitlich gesperrt werden, außerdem wurde ein Haus durch den Schlamm beschädigt.

(WO/dpa)

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