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Freitag, 15.11.2019

Über 100 Millionen Euro Schaden

Venedig schon wieder überflutet

Ein verheerendes Hochwasser hat in der Lagunenstadt Venedig immense Schäden angerichtet. Die Angst bleibt, denn das Wasser steigt schon wieder.

Der Markusplatz in Venedig steht immer noch unter Wasser. Bild: dpa

Nach dem schweren Hochwasser in Venedig ist die Lagunenstadt erneut überflutet worden. Der überschwemmte Markusplatz wurde am Freitag gesperrt, um die Sicherheit der Menschen nicht zu gefährden. Die Behörden riefen Einwohner und Touristen zur Vorsicht auf. Vor allem starker Wind drückte das Wasser wieder in die Stadt. Am späten Vormittag stieg das Wasser auf einen Stand von 1,53 Meter über dem normalen Meeresspiegel und ging dann wieder zurück. Ein Hochstand wie zu Beginn der Woche wurde allerdings nicht erreicht.

Das Mittelmeertief wühlt die Adria ordentlich auf und schiebt bei lebhaftem Südostwind hohe Wellen vor sich her. In der nördlichen Adria sind am Freitag immer noch Wellenhöhen von 1,5 bis 3 Meter zu erwarten. Auf die Lagunenstadt rollen ein bis zwei Meter hohe Wellen zu.

Schulen waren genauso wie der Dogenpalast geschlossen. Der öffentliche Verkehr in der Unesco-Welterbestadt wurde eingestellt. Rund 70 Prozent der historischen Stadt sind noch überschwemmt. Die Kunstausstellung Biennale, die bis 24. November geht, war am Freitag geöffnet. In der Nacht zum Mittwoch, als eine Flut fast die gesamte Stadt überschwemmte hatte, war der Pegel mit 1,87 Meter deutlich höher gewesen. Das war der höchste Wert seit mehr als 50 Jahren.

Etliche Stege sind in der Altstadt aufgestellt, damit die Touristen und Bewohner der Lagunenstadt trockenen Fußes bleiben.

Die Schäden gehen in die Hunderte Millionen Euro und sind enorm, da das eindringende Salzwasser Denkmäler, Marmor und Kunstschätze wesentlich mehr beschädigt. Die Regierung in Rom hatte den Notstand für Venedig ausgerufen und 20 Millionen Euro Soforthilfe freigegeben. Die Opposition forderte die Regierung auf, endlich ein Flutschutzsystem fertigzustellen. Seit Längerem wird um das System gestritten, das es eigentlich schon seit Jahren für die Adriastadt geben sollte. Bürokratie, Korruption und Skandale verzögern den Bau allerdings.

Dem heftigen Hochwasser in Venedig können einige auch etwas Gutes abgewinnen. Dieser Mann nimmt in den Fluten auf dem Markusplatz ein Bad und scheint richtig Spaß dabei zu haben.

Die ausfahrbaren Barrieren sollen nun 2021 fertig sein. Allerdings steigt durch die Erderwärmung der Meeresspiegel, wodurch auch Hochwasser in Venedig zunehmen. Andere Städte wie London oder Rotterdam werden mit ihrem Flutschutzsystem immer wieder als Beispiel herangezogen. Auch Hamburg rüstet sich gegen Flutwellen. Die Hansestadt an der Elbe ist vor Sturmfluten oder steigendem Meeresspiegel vor allem durch eine geschlossene Deichlinie geschützt. Die neu gebaute Hafenpromenade hält Wasser bis zu einer Höhe von 8,10 Meter über Normalnull stand.

(WO/dpa)

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