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Montag, 27.01.2020

Tiere und Pflanzen schon aktiv

Folgen des milden Winters

Die zum Teil frostigen Nächte in der vergangenen Woche können täuschen: Bisher ist der Januar zwei bis fünf Grad wärmer als im Klimamittel gewesen. Auch der Dezember verlief ähnlich mild. Auf Insekten und Pflanzen wirkt sich das unterschiedlich aus.

Der Borkenkäfer hält Frost aus. Bleibt der Winter trocken, nimmt er keinen Schaden und die Bäume können sich von ihm nicht erholen. Bild: dpa

Immer wieder ist zu hören, dass strenge Winter Schädlinge wie den Borkenkäfer dezimieren. So pauschal gilt das nicht. Für den Borkenkäfer beispielsweise sind milde und nasse Winter schlecht. Dann können Pilze den Schädling befallen. Gleichzeitig füllen Bäume ihre Wasservorräte auf und sind so in der Lage, den Käfern mehr Kraft entgegenzusetzen. Allerdings sind die Bäume vom vergangenen Sommer stark vorgeschädigt, zudem gab es damals viele Borkenkäfer. Daher könnten die Wälder in diesem Jahr durchaus erneut Probleme mit den Käfern bekommen.

Erste Bienen können an sonnigen und milden Tagen derzeit schon unterwegs sein. Sind die Temperaturen ungewöhnlich hoch, krabbeln auch andere Insekten früher als üblich aus ihren Überwinterungsquartieren. Bild: dpa

Bei Bienen kann es in milden Wintern vorkommen, dass sie früher mit der Brut beginnen. Das kostet die Tiere jedoch Energie. Wird es aber im Frühjahr wie so häufig noch einmal kalt, sieht es für viele Bienenvölker schlecht aus. Sie haben dann keine Kraft mehr, um die Kälteperiode zu überstehen. Auch für andere Insekten ist ein möglicher später Wintereinbruch lebensgefährlich.

Auch Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner oder Zecken werden früher im Jahr aktiv, wenn es schon warm ist.

Der bisher sehr milde Winter führt auch zu einem frühen Pollenflug. Auf erste größere Beschwerden müssen sich Allergiker vor allem in den Gebieten entlang des Rheins einstellen. Ansonsten fliegen noch verhältnismäßig wenige Hasel- und Erlenpollen. Sie können allerdings in weiten Landesteilen durchaus schon in geringer Konzentration in der Luft sein.

Die ersten Frühjahrsboten kann man in der Natur schon sehen. Haselbäume haben in manchen Regionen bereits Mitte Dezember an begonnen, ihre Kätzchen zu entleeren. Bild: dpa

Generell wirkt sich ein überdurchschnittlich warmer Winter negativ auf Pflanzen aus. Arten, die an kalte Winter angepasst sind, brauchen auch ihre Winterruhe bei niedrigen Temperaturen. Wenn es zu mild ist, können sie verfaulen, verschimmeln oder durch pflanzenfressende Tiere geschädigt werden. Bei Obstbäumen besteht außerdem die Gefahr, dass sie zu früh zu blühen beginnen. Friert es anschließend noch einmal, können die Blüten oder Fruchtansätze abfrieren, wie beispielsweise im April 2017 geschehen.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline Redaktion mit Informationen von dpa)

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