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Samstag, 06.02.2021

Szenen wie im Eiswinter 1978/79

Schneesturm und starker Eisregen

Mit einem heftigen Schneesturm und Eisregen zieht der Winter alle Register. Bis Sonntagabend drohen regional große Schneeverwehungen sowie massiver Eisbruch. Im Süden ist es dagegen nass und bis zu 15 Grad mild. Eine solche Wetterlage hat es lange Zeit nicht mehr gegeben.

Ein massiver Schneesturm fegt an diesem Wochenende über die nördliche Mitte Deutschlands hinweg.

Selten waren die Wetterkontraste in Deutschland so extrem wie an diesem Wochenende: Während es in einigen Alpentälern bei Föhn um 15 Grad mild werden kann, bleibt es in Teilen Brandenburgs mit Höchstwerten nahe minus 10 Grad klirrend kalt. Dazu fegt ein ausgewachsener Schneesturm über Teile des Nordens hinweg, südlich schließt sich ein Streifen mit massivem Eisregen an. Zuletzt hat es ähnliche Wetterextreme auf engstem Raum vor 42 Jahren bei den legendären Winterstürmen des Eiswinters 1978/79 gegeben.

Damals lag die Grenze zwischen extrem kalter Luft und subtropischer Meeresluft jedoch deutlich weiter im Norden, sodass tagelange Schneestürme das öffentliche Leben vor allem in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen und im Norden der DDR weitgehend lahmlegten. Südlich daran schloss sich eine bis zu 60 Kilometer breite Eisregenzone an. Diese Eisfront bewegte sich am Silvestertag 1978 südwärts und sorgte am Neujahrstag auch in Bayern für einen Temperatursturz von plus 10 auf bis zu minus 20 Grad.

Nichts geht mehr: Die Autobahn A7 in Schleswig-Holstein während des Schneesturms vom Jahreswechsel 1978/79. LKWs und PKWs blieben in meterhohen Schneeverwehungen liegen. Bild: Kai Greiser

Einen derart extremen Temperatursturz wird es diesmal allerdings nicht geben. Zwar wird es zum Wochenstart auch in Bayern kälter mit Schnee, doch die eisigste Luft bleibt im Norden. Die scharfe Grenze zwischen Schnee und Eisregen auf der einen und Regen auf der anderen Seite wird etwa vom Rheinland bis zum Erzgebirge verlaufen. Der Schneesturm wird im nördlichen Nordrhein-Westfalen und im südlichen Niedersachsen am heftigsten ausfallen.

Dort drohen 15 bis über 30 Zentimeter Neuschnee, der von einem stürmischen Ostwind zu meterhohen Schneeverwehungen aufgetürmt werden kann. Der Straßen- und Schienenverkehr dürfte unter solchen Bedingungen zusammenbrechen. Aber auch in den Regionen mit starkem Eisregen besteht Gefahr: Wege werden plötzlich spiegelglatt, Bäume können unter der Eislast zusammenbrechen und Straßen oder Schienen blockieren. Wer nicht zwingend ins Freie muss, sollte in den betroffenen Gebieten nicht aus dem Haus gehen.

Über die aktuellsten Entwicklungen entlang der Unwetterfront halten wir Sie im WetterTicker auf dem neuesten Stand.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline-Redaktion)

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