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Freitag, 28.09.2018

Sturm trifft Griechenland

"Medicane" im Mittelmeer

Zwischen der Ägäis und dem Ionischen Meer formiert sich ein hurrikanähnlicher Wirbel, ein sogenannter Medicane. Dieser trifft ab der Nacht zum Samstag auf Griechenland. Es drohen Orkanböen und massive Regenfälle.

Die voraussichtlichen Windspitzen des Medicane am Samstagvormittag in Kilometer pro Stunde.

"Gehen Sie in den nächsten Tagen nicht auf die Straßen, wenn es nicht absolut notwendig ist", teilte der Zivilschutz in Griechenland bereits am Freitagmorgen mit. Das Tief mit dem Namen ZORBAS kreiste da noch mitten über dem Meer, wird aber ab der Nacht zum Samstag unter Verstärkung auf Griechenland treffen. Am meisten gefährdet sind dabei die Halbinsel Peloponnes und die Mittelmeerinsel Kreta.

Dort drohen Orkanböen um 120 Kilometer pro Stunde, örtlich auch über 140 Kilometer pro Stunde. Große Gefahren gehen zudem von bis zu sieben Meter hohen Wellen und großen Regenmengen aus. Innerhalb weniger Tage können in den betroffenen Regionen über 200 Liter pro Quadratmeter fallen.

Regenmengen von mehr als 200 Liter pro Quadratmeter sind in einigen Regionen Griechenlands wahrscheinlich.

Bereits am Donnerstag hatten stürmische Winde schon den Fährverkehr weitgehend lahmgelegt. Hunderte Bäume waren umgestürzt und der Strom in vielen Stadtteilen Athens für mehrere Stunden ausgefallen.

Eine Fähre vor Griechenland geriet schon am Donnerstag in deutliche Schieflage.

Der Begriff "Medicane" setzt sich aus "mediterran" und "Hurricane" zusammen. Offiziell spricht man ab einem mittleren Spitzenwind von 112 Kilometer pro Stunde von einem Medicane. Dieser entsteht, wenn über dem noch warmen Mittelmeer große Wassermassen verdunsten und sich mächtige Gewitterwolken bilden. Durch die Drehung der Erde werden diese in Rotation versetzt. Abwärts gerichtete Luftströmungen in deren Zentrum lösen dort die Wolken wieder auf und das auch für Medicanes typische windschwache Auge entsteht.

Im Gegensatz zu tropischen Stürmen treten bei einem Medicane die höchsten Windgeschwindigkeiten in den spiralförmig um das Tief angeordneten Gewittern auf und nicht in der Nähe des Auges. Spitzenböen können hier weit über 120 Stundenkilometer erreichen und werden von intensiven, lang anhaltenden Regenfällen begleitet.

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