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Samstag, 10.07.2021

Steigende Hochwassergefahr

Überflutungen nach Starkregen

Kräftige Regenfälle haben zu zahlreichen Überflutungen und vollgelaufenen Kellern geführt. An einigen Flüssen gab es sogar ein Rekordhochwasser. In der kommenden Woche steigt die Hochwassergefahr wieder an.

Im bayerischen Knetzgau ist ein Auto auf einer überfluteten Straße vom Hochwasser umgeben. Bild: dpa

In Bayern führen derzeit einige Flüsse und Bäche Hochwasser. Besonders betroffen sind die Landkreise Ansbach, Bamberg, Forchheim, Coburg und Günzburg. In diesen Regionen sind Überflutungen von einzelnen Grundstücken oder Kellern möglich. Auch Straßensperrungen sind aufgrund der Überschwemmungen zu erwarten.

Im Donau-Gebiet sind vor allem die westlichen Zuflüsse von hohen Wasserständen betroffen. An der Altmühl, Sulzach und Wörnitz treten in den Oberläufen Überschwemmungen auf. An der Donau selbst steigt der Pegel aufgrund der Hochwasser ihrer Zuflüsse langsam an. Zwischen Neuburg und Pfelling sind Überschreitungen der Meldestufen 1 und 2 von maximal 4 zu erwarten.

Die Karte zeigt die aktuellen Warnungen vor Hochwasser. Besonders betroffen sind die Regionen nordwestlich von Nürnberg. Bild: Bayerisches Landesamt für Umwelt

Dort muss mit kleinen Ausuferungen gerechnet werden. Zudem können land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen auftreten. Auch im südlichen Baden-Württemberg kam es wegen starken Regenfällen bereits zu Überflutungen. Unser WetterReporter Marco Kaschuba hat von der aktuellen Lage berichtet:

Zudem gab es an kleineren Bächen und Flüssen im Süden Deutschlands aufgrund der starken Niederschläge von Donnerstagabend auf Freitagabend Rekordhochwasser. So hat die Pegelstation in Binzwangen im bayerischen Landkreis Ansbach einen Wasserstand der Altmühl von fast 230 Zentimeter gemessen. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord ist vom 31. Mai 2013 und liegt bei 209 Zentimeter.

In Unterkirchberg südlich von Ulm erreichte die Weihung einen Wasserstand von über 220 Zentimeter. Das entspricht einem Hochwasser, dass durchschnittlich alle 100 Jahre einmal auftritt. Damit wurde der Rekord vom 11. Juni 2013 mit 146 Zentimeter um fast einen Meter übertroffen.

Auch in der kommenden Woche bleibt die Lage an vielen Flüssen im Süden und Westen des Landes angespannt. Nach zunächst sinkenden Wasserständen gibt es zur Wochenmitte neue, teils langanhaltende und ergiebige Regenfälle. Bis Freitag fallen voraussichtlich gebietsweise zwischen 50 und 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Für die mittlerweile gesättigten Böden könnte das schon zu viel sein und das Wasser gelangt direkt in die Gewässer.

Angespannte Hochwasserlage im Westen und Süden in der kommenden Woche.

Besonders an kleineren Bächen und Flüssen steigt somit die Hochwassergefahr. Ob auch an größeren Flüssen kritische Wasserstände erreicht werden, ist noch offen.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion)

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