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Samstag, 12.01.2019

So schwer ist Schnee

Von der Flocke zum Schwergewicht

Auch wenn die Schneeflocken so leicht und locker rieseln, kann Schnee ganz schön schwer sein. Schneelast führt nicht selten zu umgeknickten Bäumen, Strommasten und eingestürzten Dächern. Das Gewicht einer Schneedecke variiert dabei stark.

Wenn die Schneelast auf dem Dach zu groß wird, sollte der Schnee schnellstmöglich abgetragen werden. Bild: dpa

Zu Beginn seiner Reise wiegt ein einzelnes Schneekristall durchschnittlich nur vier Milligramm. Aus vielen winzigen Kristallen, die sich in der Luft verbinden, entwickeln sich die nach unten schwebenden Schneeflocken. Die größten Exemplare entstehen dann, wenn die Kristalle zusätzlich durch Wasser aneinander kleben bleiben. Die größte durch das Guinness-Buch der Rekorde dokumentierte Schneeflocke hatte einen Durchmesser von 38 Zentimetern.

Sobald Schneeflocken auf Bäume, Dächer oder den Boden fallen und eine Schneedecke bilden, verändern sie sich. Eine pulvrige Schneedecke aus feinen sechsstrahligen Kristallen und Luft hat mit etwa 30 Kilogramm pro Kubikmeter die geringste Dichte. Wird dieser Schnee durch Wind verfrachtet, brechen die feinen Verästelungen der einzelnen Kristalle. Die luftgefüllten Hohlräume in der Schneedecke werden deshalb kleiner und der Schnee somit kompakter. Er erreicht dann schon eine Dichte von etwa 50 Kilogramm pro Kubikmeter.

Eine frische Schneedecke enthält viel Luft und nur wenig Eis. Durch ihre Veränderung nimmt der Eisanteil zu und der Luftanteil ab. Die Schneedecke wird dann immer schwerer.

Treten zusätzlich noch Schmelzprozesse auf, beschleunigen sie die Veränderung des Schnees. Durch mehrmaliges Frieren und Tauen nimmt die Dichte der Schneedecke immer weiter zu und erreicht bei Altschnee nach einigen Tagen Werte von 200 bis 500 Kilogramm pro Kubikmeter. Auf einem nur 100 Quadratmeter großen Dach kann somit bei einer Schneehöhe von 1 Meter ein zusätzliches Gewicht von bis zu 50 Tonnen Schnee lasten.

Fällt der Schnee bei Temperaturen um 0 Grad direkt als feuchter und schwerer Nassschnee vom Himmel, hat die sich daraus bildende Schneedecke eine Dichte von etwa 200 Kilogramm pro Kubikmeter. Schneit es anhaltend und stark, so verändert sich die Dichte der Schneedecke unabhängig vom Wind. Allein durch den Druck des neu hinzukommenden Schnees werden die unteren Schichten der Schneedecke stark zusammengepresst.

Brisant wird es, wenn Tauwetter mit Regen droht: Hohlräume der Schneedecke füllen sich dann mit Regenwasser und die Schneedecke saugt sich voll wie ein Schwamm und wird immer schwerer. Wenn Dächer durch sehr hohe Schneedecken belastet sind, besteht daher die größte Einsturzgefahr bei einsetzendem Regen. Erst wenn die Schneedecke komplett mit Wasser gesättigt ist, fließt weiter fallender Regen ab.

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