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Samstag, 09.02.2019

Polverschiebung und die Folgen

Nordpol driftet rasant ostwärts

Der Arktische Magnetpol wandert immer weiter Richtung Sibirien, dies weiß man schon lange. Doch er kommt schneller voran, als bisher erwartet. Dies erforderte eine noch nie dagewesene Maßnahme.

Die Polverschiebung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich beschleunigt. Derzeit wandert der Arktische Magnetpol jedes Jahr rund 55 Kilometer weiter Richtung Sibirien.

Lag der Arktische Magnetpol im Jahr 1830 noch über der kanadischen Arktis, so ist er nun schon fast 2.300 Kilometer gewandert und in der Nähe des geografischen Nordpols zu finden. Eigentlich gingen Forscher davon aus, dass er in den nächsten Jahren nur noch langsam vorankommt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: In den vergangenen Jahren hat sich die Bewegung sogar noch beschleunigt.

Der Arktische Magnetpol ist seit dem Jahr 1830 rund 2300 Kilometer von Kanada in Richtung Sibirien gewandert. Bild: National Centers for Environmental Information

Seit dem Jahr 1965 erstellen Geophysiker alle fünf Jahre ein Referenzmodell, um die Verlagerung des Pols abzubilden. Diese Daten sind wichtig für Navis, Kompasse und magnetgestützte Anwendungen. Auch im Flugverkehr sind verlässliche Daten unabdingbar. Eigentlich wäre eine Aktualisierung des World Magnetic Model (WMM) erst im Jahr 2020 fällig gewesen, aufgrund der starken Änderungen wurde bereits Ende Januar 2019 ein aktualisiertes Modell erstellt. Seit Beginn des WMM ist dies das erste Mal, dass eine vorzeitige Anpassung nötig wurde.

Der genaue Grund der Anomalie ist noch unklar. Forscher vermuten die Ursachen im äußeren Erdkern. Dort gibt es eine Art Jetstream im flüssigen Metall, der sich dreimal schneller um den Nordpol bewegt als das übrige Metall. Zudem wurde im Erdkern im Norden Südamerikas ein verstärkter Eisenfluss entdeckt. Die Kombination aus beidem könnte die Drift des Arktischen Magnetpol begünstigen.

Der Arktische Magnetpol (weißer Punkt) ist so schnell gewandert, dass nun sogar Referenzmodelle vorzeitig angepasst wurden. Bild: NOAA

Strittig ist, ob die jetzigen Beobachtungen letztlich zu einer Umpolung des Erdmagnetfelds führen, wie es in der Erdgeschichte oft der Fall war. Jedoch gab es auch schon immer schwächere und auch turbulente Zeiten des Magnetfelds. Wenig später normalisierte sich die Lage allerdings wieder. Wie stark und wohin sich der Arktische Magnetpol in den kommenden Jahren also verlagert, bleibt vorerst sein Geheimnis. Übrigens: Beim Arktischen Magnetpol handelt es sich eigentlich um den magnetischen Südpol.

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