WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Freitag, 05.02.2021

Polarwirbel-Split mit Eisluft

Ursache des Winterwetters

Schneesturm, BLitzeis und Eisluft: Der extremen Wetterlage ist ein sogenannter Polarwirbel-Split vorausgegangen. Wir erklären, worum es sich dabei handelt und wie er unser Wetter beeinflussen kann.

Es steht eine winterliche Wetterphase mit viel Schnee an.

Im Winter bildet sich über dem kalten Nordpol in großer Höhe eine Art Kaltluftwirbel aus. Dieser sogenannte Polarwirbel befindet sind in der Stratosphäre zwischen 10 und 50 Kilometer Höhe. Begrenzt wird der Kaltluftwirbel von kräftigen Winden von mehr als 250 Kilometer pro Stunde. Diese Winde wirken wie eine Mauer und lassen die kalte Luft nicht entweichen. Nun kommt es ab und zu im Winter vor, dass warme Luft in diesen Kaltluftwirbel eindringt und ihn manchmal sogar teilt. Dies ist der sogenannte Polarwirbel-Split.

Im Video erklärt Verena Leyendecker den Polarwirbel-Split und wie er unser Wetter beeinflussen kann.

Dieses Jahr ist es Anfang Januar zu einer massiven Erwärmung rund um das Polargebiet gekommen. Die Temperatur in etwa 30 Kilometer Höhe ist in kurzer Zeit von minus 80 Grad auf minus 40 Grad angestiegen und dann auf diesem Niveau verblieben. Die genaue Ursache für die Erwärmung ist nicht klar. Das Klimaphänomen La Niña könnte aber daran beteiligt sein.

Die Temperatur in etwa 30 Kilometer Höhe ist Anfang Januar oberhalb des Nordpols stark angestiegen.

Zugleich haben sich die Strömungsverhältnisse umgekehrt. Das heißt, der eigentlich westliche Wind rund ums Polargebiet hat sich in etwa 30 Kilometer Höhe in einen Ostwind verwandelt. Der Fachbegriff für diese Veränderung heißt "sudden stratospheric warming (SSW)". Dadurch wurde der Polarwirbel nachhaltig gestört und sogar geteilt.

Die Graphik zeigt die Veränderungen des Polarwirbels im Januar 2021. Quelle: Lara Ciasto (NOAA CPC)

Ein geschwächter Polarwirbel kann sich zeitversetzt in der unteren Atmosphäre auf unser Wetter auswirken. In obigem Video erklären wir diesen Zusammenhang genauer. Grob gesagt werden die Westwinde geschwächt, die Strömung bei uns beginnt stärker hin- und herzupendeln, wodurch leichter arktische Polarluft nach Süden vordringen kann.

Wichtig: Es ist nicht grundsätzlich so, dass auf einen geschwächten Polarwirbel kaltes Winterwetter in Mitteleuropa folgt. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt jedoch und dieses Jahr scheint es zumindest für den Norden ja zu passen.

(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline-Redaktion)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...