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Freitag, 27.12.2019

Plötzlicher Nebel birgt Gefahr

Silvester: Smog durch Feinstaub

Der Wetterbericht für Silvester liest sich auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Trocken, kalt und verbreitet windstill. Doch letzteres birgt durch das Feuerwerk auch die Gefahr von "Feinstaub-Nebel".

Feuerwerksraketen in der Silvesternacht 2018/2019 über der Innenstadt von München: Nach nur wenigen Minuten ist die Stadt in dichten Feuerwerks-Nebel gehüllt. Bild: dpa

Das Wetter an Silvester wird von einem Hoch dominiert. Es bringt ganz Deutschland rund um den Jahreswechsel trockenes Wetter. In der Silvesternacht ist es nach jetzigem Stand von Hamburg bis Berlin mit Temperaturen um 5 Grad deutlich milder als im Rest des Landes. Durch einen lebhaften Wind fühlt es sich aber kälter an. Immerhin verteilt der Wind rasch den Feinstaub der Silvesterraketen.

In der Südwesthälfte kann es nach einem teils freundlichen Tag am Silvesterabend rasch frostig werden. Fürs Anstoßen und Raketenzünden empfehlen sich bei Temperaturen von 0 bis minus 4 Grad Handschuhe und Mütze. Deutlich milder ist es aufgrund einer Inversionswetterlage auf den Bergen.

Die voraussichtliche Wetterkarte für die Silvesternacht: Vor allem für die Südwesthälfte sieht es für die Zeit um Mitternacht frostig kalt aus.

Etwa von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern bleibt es nahezu windstill. Allerdings steckt darin auch genau das Problem. Denn so kann sich die bodennahe Kaltluft durch das Feuerwerk mit Feinstaub anreichern. Dies kann binnen weniger Minuten vor allem in Flusstälern und in Großstädten zu dichtem Nebel führen. Dabei kann die Sichtweite abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränkt nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern ist auch eine Gefahr für den Straßenverkehr. Außerdem sind die hohen Feinstaubmengen gesundheitsschädlich.

Die bodennahe Kaltluft tauscht sich aufgrund einer Inversion nicht mit höheren Luftschichten aus. Die genauen Zusammenhänge und was diese Wetterlage sonst noch für uns bedeutet, erklärt Denis Möller im Video.

Der Böllerrauch reichert die Luft mit feinen Partikeln, sogenannten primären Aerosolen, an. Diese dienen regelrecht als Andockstation für Feuchtigkeit. Die Folge ist schließlich noch dichterer Nebel. Da verbreitet Windstille herrscht, kann diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte damit in vielen Orten die höchste des ganzen Jahres sein.

Extremer "Böller-Nebel": Autofahren ist bei solch widrigen Sichtverhältnissen nur noch in Schrittgeschwindigkeit möglich. Bild: Sven Deußen via Facebook

Besonders extrem war der Nebel in der Neujahrsnacht 2014/2015, als die Sichtweite unter anderem in Hamburg und Köln teils auf unter 5 Meter sank. Autos konnten so nur noch im Schritttempo durch den "Böller-Nebel" fahren. Bei Köln mussten sogar Teilstücke von Autobahnen gesperrt werden. Auch in den Folgejahren trat das Phänomen regional immer wieder auf.

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