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Samstag, 05.10.2019

Nordpol-Expedition

POLARSTERN findet Eisscholle

Kurz vor dem Anbruch der Polarnacht hat das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" eine geeignete Eisscholle für seine einjährige Expedition durch das Nordpolargebiet gefunden. Für die Forscher war es ein Wettlauf mit der Zeit.

Das Forschungsschiff "Polarstern" hat im Nordpolargebiet eine geeignete Eisscholle für seine Reise durch die Arktis gefunden und an ihr angedockt. Bild: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath (CC-BY 4.0)

Die Arktis-Expedition der "Polarstern" hat ihre erste große Aufgabe gemeistert. Das Schiff hat an einer etwa 2,5 mal 3,5 Kilometer großen Eisscholle angedockt, die sich derzeit nur etwa 550 Kilometer vom Nordpol entfernt befindet. Dort lässt sich der Eisbrecher im Rahmen der Expedition MOSAiC jetzt festfrieren und soll dann mit dem Meereis ein Jahr lang durch die zentrale Arktis driften. Auf seiner Reise werden 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 17 Ländern schichtweise an Bord arbeiten und das Klimasystem der Arktis erforschen.

Die "Polarstern" (links im Bild) und der russische Eisbrecher "Akademik Fjodorow" umringt von Eis im Nordpolarmeer. Bild: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath (CC-BY 4.0)

Seit dem Aufbruch des Forschungsschiffs am 20. September von Tromsö in Norwegen war die Suche nach einer geeigneten Eisscholle die wichtigste Aufgabe. Neben der "Polarstern" war daran auch der russische Eisbrecher "Akademik Fjodorow" beteiligt. Satellitenfotos von 16 Schollen wurden ausgewertet und Hubschrauber stiegen zu Erkundungen auf. Ein Problem bei der Suche war, dass es nach dem warmen Sommer kaum genügend große und stabile Eisschollen in der Region gab.

Grafik: dpa

Die Suche nach der Scholle war ein Wettlauf mit der Zeit, sie endete genau mit dem Einsetzen der Polarnacht in der Region. Schon am Freitag stieg die Sonne nicht mehr über den Horizont. In den kommenden Tagen gibt es nur noch um die Mittagszeit eine kurze Dämmerung. Danach wird es komplett dunkel sein.

Die "Polarstern": Das Flaggschiff der deutschen Polarforschung ist 118 Meter lang und bietet Platz für 100 Wissenschaftler. Das 20.000 PS starke Schiff kann durch 1,5 Meter dickes Scholleneis fahren, noch dickeres Eis bricht es mit einer Rammtechnik. Bild: dpa

"Es ist nicht die perfekte, aber die beste Scholle in diesem Bereich der Arktis", sagte MOSAiC-Expeditionsleiter Markus Rex, als die Entscheidung gefallen war. Die leicht eiförmige Insel aus Eis habe einen ungewöhnlich stabilen Bereich, der das Forschungscamp zuverlässig tragen könne. Gleichzeitig sei der Ort typisch für die heutige Arktis. Noch bewegt sich die Eisscholle mit bis zu zehn Kilometern am Tag in unterschiedliche Richtungen. Im Winter wird sich das Eis vom Nordpol her ausdehnen und die Scholle mit dem Schiff komplett einschließen.

(WO/dpa)

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