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Donnerstag, 01.10.2020

Mehr Sicherheit im Verkehr

Allmählich Zeit für Winterreifen

Mit dem fortschreitenden Herbst ist auch die Zeit für den Reifenwechsel gekommen. In einigen Regionen hat es bereits ersten Bodenfrost gegeben. Eine landesweite markante Abkühlung ist zwar noch nicht in Sicht, aber die Wartelisten der Werkstätten können coronabedingt mitunter lang sein.

Die Winterreifenzeit beginnt bereits jetzt.

Bislang kam man noch sehr gut ohne Winterreifen zurecht. Nur in wenigen Regionen gab es bereits Bodenfrost, wie zum Beispiel in Marienberg-Kühnhaide im Erzgebirge. Zudem gab es erste Schneefälle in den Mittelgebirgen. Im weiteren Verlauf des Herbstes steigt die Frostgefahr. Leichte Minusgrade in der Nacht reichen in Verbindung mit Nebel oder Tau für tückische Glätte am Morgen. Doch nicht nur das: Schon bei Temperaturen von unter 7 Grad kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren.

Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen. So bleiben sie auch bei widrigen Straßenverhältnissen griffig und rutschen nicht weg. Seit Anfang des Jahres gilt zudem eine neue Regelung: Als Winterreifen gelten nur noch die Reifen, die mit dem sogenannten Alpine-Symbol gekennzeichnet sind. Es zeigt eine Schneeflocke in einem Bergpiktogramm. Wenn Winterreifen 2018 hergestellt wurden, werden sie nur mit diesem Symbol als wintertauglich anerkannt.

Seit 2018 müssen auf der Flanke von Winter- oder Ganzjahresreifen das M+S- und die Schneeflocke (Alpine-Symbol) zu finden sein. Als Faustformel gilt: Winterreifen sollten von "O bis O" gefahren werden. Gemeint ist von Oktober bis Ostern. Bild: @na_presseportal / Twitter

Alte Winterreifen, die nur das Symbol M+S (Matsch und Schnee) tragen, dürfen noch bis zum September 2024 gefahren werden. Diese Regelungen gelten auch für Ganzjahresreifen. Sie sind übrigens keine gute Alternative bei Schnee und Eis, wie der ADAC und die Stiftung Warentest herausgefunden haben. Auch technische Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP ersetzen keine Winterreifen.

Reifen sollten mindestens eine Profiltiefe von 4 Millimetern haben. Ein einfacher Test gelingt mit einer 1-Euro-Münze, da dessen goldener Rand 3 Millimeter breit ist. Verschwindet er vollständig, ist das Profil noch tief genug. Bild: dpa

In der Straßenverkehrsordnung ist kein spezieller Zeitraum für Winterreifen vorgeschrieben. Pflicht sind Winterreifen demnach nur bei schlechten Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis und Reifglätte. Erwischt die Polizei einen Autofahrer dann mit Sommerreifen, werden mindestens 60 Euro fällig. Dazu gibt es noch einen Punkt in Flensburg. Behindert man andere Verkehrsteilnehmer aufgrund der ungeeigneten Bereifung, etwa weil man mitten auf der Straße im Schnee stecken bleibt, erhöht sich die Strafe auf 80 Euro und einen Punkt.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion)

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