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Sonntag, 14.04.2019

Klimawandel lockt neue Arten

Mücken bringen Tropenkrankheiten

Durch den Klimawandel und die Globalisierung finden immer häufiger tropische Mücken und Zecken ihren Weg nach Deutschland. Da viele auch gefährliche Krankheitserreger in sich tragen, könnten die Folgen für Europa gravierend sein.

Die Tigermücke verbreitet sich rasant in Europa. Sie kann das Dengue-Fieber übertragen, das sich mit ähnlichen Symptomen wie Malaria äußert. Erkrankte bekommen hohes Fieber, Gelenkschmerzen und häufig auch Hautausschlag.

Das immer wärmere Klima in nördlicheren Gefilden eröffnet Teilen der Fauna neue Lebensräume. Zecken, Mücken und andere Insekten könnten in den kommenden Jahrzehnten in Europa häufiger schwerwiegende Krankheiten übertragen. Das Verbreitungsgebiet der Überträger etwa von Dengue-Fieber, Leishmaniose und weiterer Tropenkrankheiten vergrößere sich rapide, mahnen Forscher anlässlich eines Kongresses in Amsterdam. Als Gründe für die Entwicklung nennen die Forscher unter anderem die zunehmende Globalisierung und den Klimwandel.

Die Symptome bei einer Infektion durch West-Nil-Viren ähneln beim Menschen anfangs einer Grippe. Kommt das Fieber nach einiger Zeit wieder, droht eine Gehirnhautentzündung.

Insbesondere verlängerte Hitzeperioden und milde Winterphasen erhöhen die Überlebenschancen exotischer Mücken. So gab es in den letzten zehn Jahren in Frankreich und Kroatien Dengue-Ausbrüche. Außerdem trat in Griechenland die Malaria auf, in Italien und Frankreich Chikungunya und in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas das West-Nil-Fieber. Allein von dieser Erkrankung wurden 2018 in den EU-Mitgliedstaaten mehr als 1500 Fälle registriert. Sandmücken könnten bis etwa 2060 ihr Verbreitungsgebiet in Frankreich und Deutschland deutlich ausweiten.

Sandmücken können die Erreger der Leishmaniose übertragen und wurden auch schon in Deutschland gefunden. Die Infektionskrankheit verursacht Entzündungen, Beulen und Geschwüre. Oft bleiben Narben zurück. Bild: dpa

"Angesichts der anhaltenden Verbreitung von invasiven Mücken und anderen Überträgern in ganz Europa müssen wir Ausbrüche antizipieren und frühzeitig eingreifen", erklärt Jan Semenza vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm. Vor allem die Gesundheitsbehörden sind nun gefordert: Sie sollten die Überwachung verbessern und Frühwarnsysteme einrichten.

(WO/dpa)

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