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Freitag, 15.10.2021

Kein Hinweis auf Rekordwinter

La Niña mit weltweiten Folgen

Das Klimaphänomen La Niña hat sich eingestellt und bleibt aller Voraussicht nach auch über den Winter bestehen. Ähnlich wie sein Gegenspieler El Niño bringt auch La Niña weltweit Wetterkapriolen, in Europa aber eher nicht.

Eine Auswirkung von La Niña sind massive Überschwemmungen in Südostasien.

La Niña beschreibt eine Temperaturanomalie vor der Pazifikküste Südamerikas. Wenn die Wasseroberfläche in einem bestimmten Bereich im Pazifik mehr als 0,5 Grad unter dem Klimamittel liegt, dann spricht man von dem Phänomen. Dies ist aktuell bereits der Fall und mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 90 Prozent bleibt das laut Warnlagenbericht der amerikanischen Wetterbehörde auch in den Wintermonaten so.

Die Karte zeigt vor der Küste Südamerikas einen blauen Bereich im Pazifik, der eine Temperaturabweichung nach unten kennzeichnet. Dies ist typisch für das Phänomen La Niña. Bild: NOAA

Ähnlich wie der Gegenspieler El Niño bringt auch La Niña das Wetter weltweit durcheinander. Insgesamt sind die Folgen aber nicht so stark wie bei El Niño. Am meisten sind unmittelbar an den Pazifik grenzende Regionen betroffen.

Die Grafik zeigt, wie und wo La Niña nach heutigem Stand der Wissenschaft das Wetter beeinflusst.

So fällt an der australischen Nordostküste sowie in Südostasien tendenziell mehr Niederschlag. In Südamerika regnet es hingegen weniger als üblich, dort ist es vor allem an der Pazifikküste kälter als im Durchschnitt. An der Golfküste ist es wärmer, im Atlantik bilden sich mehr Hurrikane. Auch in anderen Bereichen hat La Niña Einfluss. So hat das Horn von Afrika häufiger mit Dürren zu kämpfen, während es in Südafrika nasser als üblich ist.

Gegenspieler von La Niña ist El Niño. Im Video erklären wir, was dabei genau passiert.

Für Mitteleuropa gibt es dagegen keine eindeutigen Hinweise auf einen Einfluss. Zuletzt hatten wir es vergangenen Winter mit La Niña zu tun. Der Winter brachte viel Schnee, am Ende waren die Temperaturen aber durchschnittlich. Beim vorherigen La Niña-Ereignis im Jahre 2010 gab es in Mitteleuropa aber einen schneereichen und auch kalten Winter.

Wie wird der Winter? Solche Vorhersagen sind auch in La Niña Jahren nur eines: So wie alle Winterprognosen nur für die Tonne.

Aufgrund dieser Erfahrungen könnten man nun davon ausgehen, dass auch der kommenden Winter viel Schnee bringt. Solche derzeit zu lesenden Winterprognosen sind reine Spekulation, denn zwei Ereignisse machen noch keine Statistik. So waren Winter bei vorherigen La Niña-Ereignissen, wie zum Beispiel von 1998 bis 2000, bei uns eher mild.

Zum Zusammenhang von La Niña oder El Nino auf das Wetter in Europa gibt es zusätzlich wissenschaftliche Analysen. Auch diese zeigen keinen eindeutigen Trend. Es gibt in Mitteleuropa Jahre mit kalten, aber auch mit milden Wintern bei La Niña. Insofern gilt wie immer bei Jahreszeitenprognosen: Warten wir es einfach mal ab.

(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline-Redaktion)

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