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Montag, 01.10.2018

Immer mehr Opfer in Indonesien

Kritik an Tsunami-Warnung

Nach dem Erdbeben in Indonesien und dem dadurch ausgelösten Tsunami nimmt die Kritik an den Warnungen der Behörden zu. Außerdem steigt die Opferzahl auf der Insel Sulawesi weiter an.

Schwere Zerstörungen auf der indonesischen Insel Sulawesi nach dem Tsunami. Bild: dpa

Kritisiert wird vor allem die frühzeitige Aufhebung der Tsunami-Warnung. Diesen Vorwurf wiesen die indonesischen Behörden jedoch zurück. Zum Zeitpunkt der Entwarnung rund eine halbe Stunde nach dem Erdbeben habe es keine Tsunami-Wellen mehr gegeben. Aus Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam (GFZ) war das jedoch zu früh. Das System sehe eigentlich vor, solche Warnungen mindestens zwei Stunden aufrecht zu halten.

Die Warnungen vor bis zu drei Meter hohen Tsunami-Wellen seien den Behörden binnen fünf Minuten nach dem Erdbeben übermittelt worden. Problematisch war offenbar die mangelnde Infrastruktur, um die Bevölkerung überhaupt warnen zu können. So haben weder Sirenen zur Verfügung gestanden noch sind Lautsprecherdurchsagen erfolgt. Die verheerenden Flutwellen hatten die besonders betroffene Stadt Palu auf Sulawesi knapp 20 Minuten nach dem Beben erreicht.

Ein Bild der Verwüstung in Palu: Kaum ein Stein steht noch auf dem anderen. Bild: dpa

In Palu stürzten nach schweren Beschädigungen durch das Erdbeben und den Tsunami die Mauern zweier Gefängnisse zusammen. Mehr als 700 Häftlinge nutzten daraufhin die Gelegenheit zur Flucht. Jetzt ist fraglich, ob und wie viele von ihnen der Aufforderung der Regierung nachkommen werden, sich binnen einer Woche freiwillig zu stellen.

Nach der Naturkatastrophe in Indonesien nimmt die Zahl der Todesopfer immer weiter zu. Schon jetzt gehen offizielle Stellen von mehr als 800 Toten und Tausenden Vermissten aus. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist jedoch noch gar nicht überschaubar, denn noch immer gibt es keine Meldungen aus entlegeneren Regionen der Insel Sulawesi. Viele Orte dort sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.

(WO/dpa)

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