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Freitag, 16.07.2021

Hochwasserlage spitzt sich zu

Sommerhochwasser am Rhein

Nach heftigem Dauerregen und verheerenden Fluten steigen nun die Pegel vieler größerer Flüsse. Am Rhein wird das größte Sommerhochwasser seit 1983 erwartet.

Der Rheinboulevard ist bereits überspült, doch der Rheinpegel in Köln steigt noch weiter. Bild: dpa

Nach starken Regenfällen führen der Mittel- und Niederrhein sowie die Mosel Hochwasser. Es werden weiter steigende Pegel erwartet, denn die extremen Abflüsse der Nebenflüsse kommen nun in den größeren an. Bei Maxau in Karlsruhe lag der Rheinpegel am Freitagmittag bei 8,50 Meter. Das entspricht fast einem Hochwasser, das statistisch gesehen alle 10 Jahre vorkommt. Die Schifffahrt wurde bereits am Dienstagabend eingestellt, nachdem die Marke von 7,50 Meter überschritten worden war.

Verena Leyendecker zeigt die Pegelvorhersage für Rhein und Mosel im Video.

Solch hohe Pegel sind für die Sommermonate eher selten. Da noch Wassermassen aus der Schweiz nachkommen, wird der Scheitelpunkt von 8,65 Meter voraussichtlich am Samstag erreicht werden. Danach dürfte sich die Situation beruhigen, weil kein weiterer ergiebiger Regen in Sicht ist. Dennoch werden die Wasserstände auf hohem Niveau verharren. Am Pegel Mainz wird die Meldehöhe von 5,50 Meter am Samstagmorgen überschritten. Der Scheitel wird hier am Sonntag erwartet.

In der Nähe des Rheinpegels Maxau bei Karlsruhe sind Wege und Straßen wegen Hochwasser gesperrt. Bild: dpa

Weiter rheinabwärts meldete der Pegel Koblenz am Freitagmittag 6,48 Meter, am Samstagmorgen kann er einen Höchststand von bis zu 6,60 Meter erreichen. Am Pegel Köln wird der Scheitel in der Nacht zum Samstag im Bereich von 7,95 bis 8,05 Meter erwartet. In Duisburg-Ruhrort wird sich voraussichtlich im Laufe des Samstags ein Scheitel im Bereich von 9,50 bis 9,70 Meter einstellen. Aufgrund des Moselhochwassers steigen die Wasserstände weiter.

Uferpflanzen werden in Mannheim an der Rheinuferpromenade umspült. Im Hintergrund liegt ein Touristenschiff vor Anker. Bild: dpa

Das Hochwasser macht auch den Städten und Gemeinden an der Mosel weiterhin Sorgen. Am Pegel Perl wird in der Nacht zum Samstag mit einem Höchstwasserstand im Bereich zwischen 5,00 bis 5,15 Meter gerechnet. Am Pegel Trier wurde am frühen Donnerstagabend ein Höchstwasserstand von 9,34 Meter erreicht, was einem mittleren Hochwasser entspricht. Das kann statistisch alle 5 bis 10 Jahre vorkommen. Inzwischen liegt er bei rund 8 Meter.

An der Mittelmosel fallen die Wasserstände bereits wieder. Weiter flussabwärts bildet sich am Pegel Cochem derzeit ein Höchststand im Bereich um 8,40 Meter aus.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

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