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Donnerstag, 02.07.2020

Hitze, Unwetter und Schnee

Das alles ist im Juli möglich

Der Juli ist eigentlich ein klassischer Sommermonat. Allerdings sind immer mal wieder Kälteeinbrüche und schwere Unwetter möglich. Sogar Schnee in den Alpen kann es geben.

Der deutschlandweite Hitzerekord wurde am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit 41,2 Grad gemessen. Aber auch in anderen Jahren stiegen die Temperaturen örtlich auf 37 bis knapp 40 Grad.

Der Juli 2006 war in Deutschland der bislang wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zwar wurden Spitzenwerte bis 39 Grad erreicht, der Allzeitrekord stammt mit 41,2 Grad allerdings vom 25. Juli 2019. Damals wurden in Duisburg-Baerl und Tönisvorst 41,2 Grad gemessen. Der Sommermonat kann aber auch herbstlich ausfallen: So lagen die Tageshöchstwerte im Juli 1980 längere Zeit nur bei 9 bis 15 Grad, dazu regnete es regelmäßig kräftig. Auch der Juli 2011 hatte nur kurze Wärmeepisoden.

Im Juli 2016 schneite es in den Alpen bis auf 1700 Meter Höhe hinab.

Nachtfröste sind im Juli zwar selten, kommen aber in den Hochtälern immer mal wieder vor. Auch Wintergrüße in Form von Schnee kann es geben: In den Alpen fielen beispielsweise im Jahr 2016 Mitte Juli oberhalb von 1800 Meter Höhe bis zu 20 Zentimeter Neuschnee. Noch tiefer bis auf etwa 1000 Meter Höhe sank die Schneefallgrenze am 12. Juli 1930. Typischer für den Juli sind jedoch starke Gewitter. Sie können Großhagel und Tornados bringen. Besonders verheerend wütete am 10. Juli 1968 ein Tornado in Pforzheim.

Damals beschädigte der Wirbelsturm rund 2000 Häuser und hunderte Autos. Zwei Menschen starben, 200 wurden verletzt. Die Sachschäden lagen bei umgerechnet über 50 Millionen Euro. Als eines der teuersten Unwetter überhaupt gilt der Hagelsturm von Reutlingen vom 28. Juli 2013 mit einer Schadensbilanz von 2,8 Milliarden Euro. Tennisballgroße Eisgeschosse beschädigten oder zerstörten dabei Fahrzeuge, Fassaden, Solaranlagen sowie Obstplantagen. Hunderte Menschen wurden verletzt. Ähnlich heftig wütete ein Hagelunwetter am 12. Juli 1984 in München.

Enorme Überschwemmungen im Juli 2014 nach rekordverdächtig starken Regenfällen: Zeitweise brach der Verkehr in Münster in Nordrhein-Westfalen völlig zusammen. Bild: dpa

Rekordregen gab es am 28. Juli 2014 in Münster. Dort prasselten 292 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, 220 Liter davon in nur anderthalb Stunden. Etliche Straßen und Keller wurden überschwemmt. Durch massive tagelange Regenfälle kam es im Jahr 1997 zu einer Jahrhundertflut an der Oder, bei der mehrere Deiche brachen. Mindestens 6500 Menschen wurden evakuiert, mehr als 100 Menschen starben. Ganz anders sah es im Jahr 1904 aus: In Dresden verwandelte sich die Elbe damals nach langer Trockenheit in ein Rinnsal.

Sommerstürme rauschen zwar selten übers Land, können dann aber große Schäden anrichten. Am 25. Juli 2015 warf Sturm ZELJKO mit Spitzenböen bis 120 Kilometer pro Stunde etliche Bäume um. Viele Bahnstrecken im Norden und Westen mussten daraufhin gesperrt werden. Böen um Tempo 90 brachte auch Tief MEIKEL vom 12. bis 15. Juli 2010, allerdings hielten sich hierbei die Schäden in Grenzen.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline-Redaktion)

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