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Freitag, 02.08.2019

Hitze, Hochwasser und Schnee

Das alles kann der August

Der August hat mit angenehmer Wärme begonnen. Regional gibt es auch kräftige Gewitter. Für einen klassischen Sommermonat ist das typisch. Allerdings geht es auch ganz anders: Markante Kälteeinbrüche mit viel Regen oder gar Schnee in den Alpen sind möglich.

Lange Zeit galt der Allzeitrekord im fränkischen Kitzingen mit 40,3 Grad im August 2015 als unantastbar. In diesem Jahr wurde diese Bestmarke allerdings schon im Juli gleich mehrmals gebrochen.

Der August 2003 gilt in Deutschland immer noch als der bislang wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nach 2003 waren aber auch der August 2015 und im vergangenen Jahr außergewöhnlich warm. Dabei hatte Kitzingen bei Würzburg mit 40,3 Grad bislang seinen Ruf als heißester Ort Deutschlands inne. Am 25. Juli 2019 wurde dieser Allzeitrekord an mehreren Orten mit 40 Grad und mehr übertroffen. Der August kann aber auch herbstlich ausfallen: So lagen 2016 die mittleren Temperaturen in diesem Sommermonat nur zwischen 14 und 17 Grad.

Frisch zeigte sich der August auch im Jahre 2016. In Teilen Norddeutschlands war es zwischen dem 11. und 22. August sogar so kalt gewesen wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Leichte Bodenfröste sind besonders zum Monatsende nicht unwahrscheinlich. Auch Wintergrüße in Form von Schnee kann es geben: In den Alpen fielen beispielsweise am 11. August 2016 oberhalb von 1600 Meter Höhe teils über 10 Zentimeter Neuschnee. Ende August 1995 schneite es sogar bis auf 1000 Meter herunter.

Ein schweres Unwetter brach Mitte August 1972 über Stuttgart herein. Der Eingang der Unterführung am Charlottenplatz stand meterhoch unter Wasser. Mehrere Personen mussten aus ihren im Tunnel eingeschlossenen Autos befreit werden. Bild: dpa

Typischer für diesen Sommermonat sind jedoch starke Gewitter. Sie können Großhagel, Orkanböen und Tornados bringen. Ein Tornado in Gießen hinterließ am 12. August 2008 in der Innenstadt eine Spur der Verwüstung. 1965 war der August in Westdeutschland einer der gewitterreichsten Monate der Geschichte. Am 15. August 1972 prasselten tennisballgroße Hagelgeschosse auf Stuttgart nieder und forderten sechs Menschenleben. Immense Schäden richtete auch ein Hagelsturm am 19. August 1964 im Großraum München an.

Rekordregenmengen fielen vom 12. bis 14. August 2002 im Erzgebirge. In Zinnwald kamen rund 400 Liter pro Quadratmeter zusammen, allein am 13. waren es 312 Liter. In der Folge kam es an Elbe und Mulde zu einer Hochwasserkatastrophe. Dabei wurde in Dresden ein Pegelstand von 9,50 Meter, in Pirna sogar 11,50 Meter gemessen. Insgesamt kamen 37 Menschen ums Leben, die Schäden betrugen mehr als 20 Milliarden Euro. Rekordnass war es auch im August 2005, als verbreitet doppelt bis dreifach so viel Regen wie im Durchschnitt niederprasselte.

Ein Rekordhochwasser gefährdete 2002 viele Kulturdenkmäler in Dresden. Bild dpa

Sommerstürme rauschen jedoch selten übers Land. Der Ex-Hurrikan BERTHA richtete vom 11. und 12. August 2014 in Deutschland Schäden an und brachte eine Sturmflut. Am 13. und 14. August 1956 tobte ein Sturm mit Böen um 100 Kilometer pro Stunde über der Nordsee. Die Halligen meldeten Land unter, 18 Menschen ertranken. Noch heftiger wütete ein Orkan mit Böen bis Tempo 130 nur rund zehn Tage später. 28 Menschen starben, einige Hundert wurden verletzt. Zehntausende von entwurzelten Bäumen blockierten Straßen. Die Schäden gingen in die Millionen.

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