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Mittwoch, 01.08.2018

Hitze, Hochwasser und Schnee

Das alles kann der August

Der August beginnt schweißtreibend und auch weiterhin geht es vorerst heiß weiter. Für einen klassischen Sommermonat ist das aber auch nicht untypisch. Allerdings geht es auch ganz anders: Markante Kälteeinbrüche mit viel Regen, oder gar Schnee in den Alpen sind möglich.

An der Wetterstation in Kitzingen in Mainfranken wurde am 7. August 2015 der am 5. Juli für Deutschland aufgestellte Allzeitrekord von 40,3 Grad wieder exakt getroffen.

Der August 2003 war in Deutschland der bislang der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. 2015 ging er als zweitwärmster in die Geschichte. Dabei stellte Kitzingen bei Würzburg mit 40,3 Grad den Allzeitrekord auf. Der Sommermonat kann aber auch herbstlich ausfallen: So lagen die mittleren Temperaturen im August 2006 nur zwischen 14 und 17 Grad. Frisch zeigte er sich zeitweise auch 2016. In Teilen Norddeutschlands war es zwischen dem 11. und 22. August sogar so kalt gewesen wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Auch 1987 und 2004 musste man an vielen Tagen mit Höchstwerten unter 20 Grad vorliebnehmen, dazu schüttete es immer wieder. Leichte Bodenfröste sind besonders zum Monatsende nicht unwahrscheinlich. Auch Wintergrüße in Form von Schnee kann es geben: In den Alpen fielen beispielsweise am 11. August 2016 oberhalb von 1600 Meter Höhe teils über 10 Zentimeter Neuschnee. Ende August 1995 schneite es sogar bis auf 1000 Meter herunter. Typischer für diesen Sommermonat sind jedoch starke Gewitter. Sie können Großhagel, Orkanböen und Tornados bringen.

Ein schweres Unwetter brach Mitte August 1972 über Stuttgart herein. Der Eingang der Unterführung am Charlottenplatz stand meterhoch unter Wasser. Mehrere Personen mussten aus ihren im Tunnel eingeschlossenen Autos befreit werden. Bild: dpa

Ein Tornado in Gießen hinterließ am 12. August 2008 in der Innenstadt eine Spur der Verwüstung. 1965 war in Westdeutschland einer der gewitterreichsten Sommermonate der Geschichte. Am 15.8.1972 prasselten tennisballgroße Hagelgeschosse auf Stuttgart nieder und forderten sechs Menschenleben. Immense Schäden richtete auch ein Hagelsturm am 19. August 1964 im Großraum München an. Tiefs können außerdem enorme Regenmengen im Gepäck, sodass schwere Überschwemmungen nicht ausbleiben.

Rekordmengen fielen vom 12. bis 14. August 2002 im Erzgebirge. In Zinnwald kamen rund 400 Liter pro Quadratmeter zusammen, am 13. waren es allein 312 Liter in nur 24 Stunden. Dies führte an Elbe und Mulde zu einer Hochwasserkatastrophe, bei der Pegelstände von 9,5 Meter in Dresden und in Pirna sogar 11,5 Meter gemessen wurden. Insgesamt kamen 37 Menschen ums Leben, die Schäden betrugen mehr als 20 Milliarden Euro. Rekordnass war es im August 2005, als verbreitet die zwei- bis dreifache Menge an Regen als im Durchschnitt zusammenkam.

Rekord-Hochwasser gefährdete 2002 viele Kulturdenkmäler in Dresden. Bild dpa

Sommerstürme rauschen jedoch selten übers Land. Der Ex-Hurrikan BERTHA richtete vom 11. und 12. August 2014 in Deutschland Schäden an und brachte eine Sturmflut. Am 13./14. August 1956 tobte ein Sturm mit Böen um 100 Kilometer pro Stunde über der Nordsee. Die Halligen meldeten Land unter, 18 Menschen ertranken. Noch heftiger wütete ein Orkan mit Böen bis Tempo 130 nur rund zehn Tage später. 28 Menschen starben, einige Hundert wurden verletzt. Zehntausende von entwurzelten Bäumen blockierten die Straßen. Die Schäden gingen in die Millionen.

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