WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Donnerstag, 15.07.2021

Wassermassen zerstören Orte

Flutkatastrophe in der Eifel

Heftiger Dauerregen hat in vielen Landesteilen für schwere Schäden gesorgt. Besonders hart getroffen hat es unter anderem die Eifel und das Ahrtal in Rheinland-Pfalz. Dort gab es ein katastrophales Hochwasser historischen Ausmaßes. Zahlreiche Menschen kamen in den Fluten ums Leben.

In der Eifel haben schwere Überflutungen vielerorts für Chaos gesorgt.

Unwetterartiger Dauerregen sorgte vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für schwere Schäden. Die Lage ist vielerorts katastrophal. In Schuld bei Adenau in der Eifel sind in der Nacht zum Donnerstag sechs Häuser eingestürzt, 25 weitere drohten noch einzustürzen. In den Regenfluten kamen in Deutschland mehr als 55 Menschen ums Leben, mehrere Dutzend werden noch vermisst.

Die Polizei hat zur Hochwasserkatastrophe in der rheinland-pfälzischen Eifel eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 könnten sich Menschen melden, die Angehörige vermissen, schrieb das Polizeipräsidium Koblenz am Donnerstag auf Twitter.

In Rheinland-Pfalz ist das genaue Ausmaß der Katastrophe in mehreren Landkreisen und kreisfreien Städten laut Innenministeriums derzeit noch nicht absehbar. Am Donnerstag lief ein großangelegter Rettungseinsatz. Polizeihubschrauber waren unterwegs, um Menschen von Hausdächern oder aus Bäumen zu retten, wohin sie vor den Wassermassen geflüchtet waren.

Eine Katastrophe historischen Ausmaßes hat die Eifel und das Ahrtal getroffen. In vielen Landkreisen wurde der Katastrophenalarm ausgerufen.

Der Wasserstand am Pegel Altenahr ist aufgrund der großen Wassermassen ausgefallen. Die letzte Meldung gab es Mittwochabend um 20:45 Uhr mit einer Höhe von rund 5,75 Meter. Man geht davon aus, dass der Pegel gegen Mitternacht eine Höhe von 7 Metern erreicht hat. Es handelt sich um ein historisches Hochwasser. Zum Vergleich: Der bisherige Rekord lag bei 3,71 Meter Höhe, gemessen am 2. Juni 2016.

Die Wassermassen haben im Ahrtal in Rheinland-Pfalz sogar Teile von Straßen weggerissen und zahlreiche Häuser zerstört.

Viele Flüsse in der Eifel führen rekordverdächtige Wasserstände. Einige von ihnen fließen in die Mosel. Bei Cochem nahe Koblenz steigt der Pegel von 5,60 voraussichtlich auf knapp 8,50 Meter Höhe.

Auch in Nordrhein-Westfalen führen im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland viele Flüsse weiterhin Hochwasser. Sie waren am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag über die Ufer getreten. Die Einsatzkräfte kämpfen dort nach wie vor mit den Folgen des Unwetters.

Straßen wurden überschwemmt und Keller liefen voll. In Solingen-Unterburg mussten am frühen Donnerstagmorgen aufgrund des Hochwassers mehrere Häuser sowie ein Tierheim evakuiert werden. Tausende Feuerwehrleute waren landesweit im Einsatz. Vielerorts dürfte es nun an die Aufräumarbeiten gehen. Für große Bestürzung bei seinen Kameraden und in der Bevölkerung sorgt der tödliche Unfall eines Feuerwehrmanns in Altena. Die Stadt im Sauerland war nach Erdrutschen und Überschwemmungen zeitweise nicht mehr zu erreichen.

Unsere WetterRadar-Animation zeigt, dass die Regenfälle weiter nachlassen und sich auf die Gebiete im äußersten Westen beschränken. Somit entspannt sich die Lage zumindest vom Wetter her ein wenig. Landesweit bleibt es zwar wechselhaft, aber das Tiefdruckgebiet über Deutschland bringt zumindest in der Westhälfte keine weiteren unwetterartigen Regenfälle. Die bisher gefallenen Regenmengen werden im Süden von Nordrhein-Westfalen auf bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter geschätzt.

(Ein Bericht von Sebastian Keßler aus der WetterOnline-Redaktion mit Material von dpa)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...