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Dienstag, 04.02.2020

Häuser und Straßen überflutet

Hochwasser an vielen Flüssen

Nach kräftigen Regenfällen steigen die Pegel vieler Flüsse weiter. Mancherorts sind Häuser überflutet worden, Straßen mussten gesperrt werden. Nun droht auch am Rhein ein größeres Hochwasser. Zudem werden sich die Wassermassen nicht so schnell zurückziehen.

In Aach bei Trier bahnen sich die Wassermassen durch den Ortskern, nachdem der Bach dort stark angeschwollen ist. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind am frühen Morgen mit dem Abpumpen des Wassers beschäftigt. Bild: dpa

An der Saar und Mosel sowie an ihren Nebenflüssen kam es vielerorts zu Überschwemmungen. In der Gemeinde Aach bei Trier wurde der Ortskern von einem Bach überschwemmt. In Konz wurden Teile eines Hauses überflutet. Dabei wurden mehrere Menschen eingeschlossen, die Feuerwehr befreite sie. Im ganzen Landkreis Trier-Saarburg sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landesstraßen, zudem lief Wasser in mehrere Gebäude. In mehreren Trierer Stadtteilen liefen Keller voll, Straßen standen unter Wasser. Die Schifffahrt wurde bereits eingestellt.

Leitplanken der Autobahn A620, die durch die Innenstadt von Saarbrücken führt, ragen aus dem Hochwasser. In der Nacht ist die Saar über die Ufer getreten. Bild: dpa

In Saarbrücken ist ein Abschnitt der Stadtautobahn nicht mehr befahrbar, nachdem die Saar über die Ufer getreten ist. In Bad Kreuznach reichte das schlammig-braune Wasser der Nahe an vielen Stellen schon fast an die Hochwasserschutzwände heran. Am Neckar wurden ebenfalls viele Uferabschnitte überschwemmt, unter anderem die B37 an der Alten Brücke in Heidelberg. Der Streckenabschnitt entlang des Neckars in der Altstadt ist seit Montagabend gesperrt. Die Schifffahrt ist auch dort derzeit eingestellt.

In Trier liegt der Pegelstand der Mosel am Dienstagmorgen bei 8,54 Meter. Innerhalb von 12 Stunden ist der Pegel um anderthalb Meter gestiegen.

In Rottenburg-Bieringen (Kreis Tübingen) musste die Feuerwehr vorsorglich Dämme mit Sandsäcken errichten. In Schramberg (Kreis Rottweil) weckte die Polizei in der Nacht die Besitzer von vier geparkten Autos, weil das steigende Wasser der Kinzig die Fahrzeuge zu beschädigen drohte. Auch am Rhein verschärft sich die Hochwasserlage. Am Pegel Maxau bei Karlsruhe wird der Höchststand mit etwa 7,4 Meter in der Nacht zum Mittwoch erreicht. Nachfolgend schreitet die Scheitelwelle langsam flussabwärts voran.

Die Bundesstraße in der Heidelberger Altstadt steht unter Wasser. Sie bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Am Dienstagvormittag wird ein Scheitelwasserstand von bei etwa 4,1 Meter erwartet. Bild: dpa

Der Pegel bei Köln wird bis Donnerstag wahrscheinlich auf etwa 8,20 Meter steigen. Ab 8,10 Metern wird die Promenade der Altstadt geflutet. Führt der Rhein noch einmal 20 Zentimeter mehr Wasser, muss der Schiffsverkehr komplett eingestellt werden. Größere Probleme mit Überschwemmungen gibt es auch in Bayern. An den Oberläufen einiger Donauzuflüsse wurde teilweise Meldestufe 2, vereinzelt auch Meldestufe 3 von 4 erreicht. Derweil verlagert sich die Hochwasserlage zunehmend nach Nordbayern und an die Donau.

Ursache für das Hochwasser sind starke Regenfälle im Süden und Südwesten Deutschlands sowie im Osten Frankreichs. Hinzu kommt eine starke Schneeschmelze in den deutschen Mittelgebirgen, in den Alpen und Vogesen. Im Schwarzwald hat es über 150 Liter pro Quadratmeter in weniger nur 36 Stunden geregnet. In vielen Regionen des Landes sind Hochwassermeldewerte überschritten. Vereinzelt bildeten sich auch Hochwasser aus, wie sie im langjährigen statistischen Mittel in etwa nur einmal in zehn Jahren vorkommen.

Die Farbkarte zeigt die 72-stündigen Regenmengen. Teilweise prasselten über 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter vom Himmel. Auf dem Feldberg wurden 178 Liter gemessen.

(Ein Bericht von Tommy Kühnlein aus der WetterOnline Redaktion / dpa)

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