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Donnerstag, 11.07.2019

Geheimnis Aromabläschen

Darum riecht der Sommerregen

Jeder kennt diesen typischen Geruch, wenn es nach längerer Trockenheit regnet. Verantwortlich hierfür sind sogenannte Aromabläschen. Je nach Untergrund und Bodenbeschaffenheit können dabei die verschiedensten Gerüche freigesetzt werden.

Wer kennt diesen einzigartigen Duft nicht, wenn Regentropfen die Sommerluft aromatisieren?

Für das einzigartige "Regenaroma" sind mehrere Faktoren verantwortlich. Das Wasser der Regentropfen ist geruchlos. Fallen die Tropfen auf den Boden, bilden sich unmittelbar beim Aufprall kleine Luftbläschen. Diese füllen sich mit Partikeln der Bodenoberfläche, die gleichzeitig auch Träger der Duftaromen sind. Die Aromabläschen steigen aus dem dünnen Wasserfilm auf und bersten dabei. Die Aerosole, also das Gemisch aus Schwebeteilchen in den Bläschen, werden dadurch explosionsartig in der Umgebung verteilt.

Eine nasse Straße duftet dabei ganz anders als zum Beispiel Waldboden.

Schon leichter Wind genügt, um die Aromastoffe nun noch weiter in der Luft zu verteilen. Je langsamer leichte Tropfen bei einsetzendem Landregen auf den Boden fallen, desto mehr Zeit haben die Bläschen Aromapartikel aufzunehmen. Umgekehrt gibt es bei einem starken Gewitterschauer mit hoher Aufprallgeschwindigkeit der großen Tropfen nur wenig Zeit, die Duftaromen zu verteilen. Denn die Wasserschicht ist schnell zu dick und die Aromabläschen erreichen die Umgebungsluft nicht mehr.

Nicht nur die Stärke des Niederschlags, sondern auch die Trockenheit und die Durchlässigkeit des Bodens bestimmen die Intensität des Duftes. Von trockenen Böden lösen sich die Aromapartikel leichter. Je trockener ein Boden ist, desto mehr Luftbläschen können aus den Hohlräumen des Bodens aufsteigen. Dies trifft besonders auf Waldböden zu, die sehr intensiven Regengeruch verströmen.

Ein nass werdender Waldboden verbreitet ein typisch muffiges Erdaroma in der Luft.

Die hauptsächlichen Duftstoffe, die die Aromabläschen transportieren sind Geosmin, Öle und Ozon. Als Geosmin wird ein Alkohol bezeichnet, der von Mikroorganismen produziert wird und einen erdig-muffigen Geruch hat. Er versursacht den typischen Geruch von Erdboden. Öle werden von Pflanzen produziert und können die Luft ebenfalls aromatisieren. Dies gilt bei entsprechenden Konzentrationen auch für das farblose Gas Ozon, das aus dem Griechischen übersetzt sogar "Das Riechende" heißt.

Je nach Zusammensetzung von Geosmin, Ölen und Ozon können so die unterschiedlichsten Gerüche entstehen. Ein Regenschauer auf dem einem geteerten Parkplatz duftet anders als der Regen im Wald oder am Strand. Dass man den nahenden Sommerregen schon im Voraus wittern kann, liegt daran, dass der Wind die gelösten Aerosole aus einem ferneren Niederschlagsgebiet zu uns herüberweht.

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