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Sonntag, 01.04.2018

Forscher schlagen Alarm

Atmosphäre wird zu Wackelpudding

Wissenschaftler warnen vor Starts von Weltraumraketen: Die Verbrennungsgase von Feststoff-Boostern lassen Teile der Atmosphäre wie Wackelpudding gelieren. Wind und Wolken drohen in der schlabberigen Masse zu erstarren.

Die Forscher waren dem Phänomen nur durch Zufall auf die Spur gekommen. Bei der Auswertung von Videomaterial vergangener Raketenstarts fielen ihnen eigentümliche Lichtmuster in Schleierwolken auf, die gerade von einer Rakete durchflogen wurden. Dabei bildeten sich konzentrische Ringe, ähnlich wie die Wellenmuster, die ein herabfallender Stein an der Oberfläche eines Teiches erzeugt. Die nur wenige Sekunden dauernden Schwingungen breiteten sich kreisförmig aus und erinnerten frappierend an das wabbelige Zittern eines übergroßen Wackelpuddings.

Die Verbrennungsrückstände der Booster von Feststoffraketen lassen Teile der Erdatmosphäre offenbar wie einen Wackelpudding erstarren.

Daraufhin untersuchte die NASA die Verbrennungsgase der beim Start von Raumfahrzeugen verwendeten Trägerraketen. Das verblüffende Resultat: Die Rückstände der Triebwerke "impfen" die dünnen Schleierwolken nahe der Tropopause mit einer Art Puddingpulver. Diese mikroskopisch feine Substanz lässt die betroffenen Himmelsareale in weitem Umkreis erstarren, wobei der Wind erlahmt und Cirruswolken regelrecht gelieren. Es dauert Stunden bis sie wieder verweht oder aufgelöst werden können. Wind und Wetter kommen so lange weitgehend zum Stillstand.

Sind Gewitterwolken gegen die rätselhafte Geliersubstanz aus den Triebwerken von Feststoffraketen immun?

Zum Glück scheint dieses Phänomen aber nur im Umfeld von Eiskristallen aufzutreten. Die Forscher gehen davon aus, dass bisher nur Cirruswolken ab etwa 20 Kilometer Höhe betroffen sind. Zwar sei nicht auszuschließen, dass auch tiefere Wolken in Mitleidenschaft gezogen werden, doch gebe es dort einen mächtigen Gegenspieler: Die Erschütterungen großer Luftpakete durch den Donner von Gewittern wirke dem Gelierprozess nachhaltig entgegen. Die NASA erwägt daher, künftige Weltraummissionen sicherheitshalber nur noch bei schweren Gewittern zu starten.

Nachtrag: Wie Ihnen sicher aufgefallen ist, handelt es sich bei dieser Meldung um einen Aprilscherz. Zwar wurden die seltsamen Ringmuster in den Wolken über Cape Canaveral tatsächlich beobachtet, doch rührt ihr Erscheinen nicht von mysteriösem Puddingpulver her. Vielmehr handelt es sich um Stoßwellen, die beim Durchbrechen der Schallmauer ausgelöst werden. Was es mit den optischen Phänomenen beim Start des Sonnenobservatoriums SDO am 11. Februar 2010 wirklich auf sich hatte, erklären wir in unserem Video "Schallknall lässt Wolken tanzen".

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