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Mittwoch, 05.12.2018

Entspannung an den Flüssen?

So viel Regen ist wirklich nötig

Die kräftigen Regenfälle dieser Tage lassen die Pegel vieler Flüsse steigen. Doch für eine nachhaltige Verbesserung der Niedrigwasser-Situation ist noch viel mehr Regen nötig, wie Fachleute beispielhaft für den Rhein berechnet haben.

Regenmengen an den ersten drei Tagen im Dezember: Am meisten hat es im Südwesten geregnet. Dort kamen vielfach um 50 Liter pro Quadratmeter zusammen. Örtlich, wie beispielsweise in Weiskirchen im Saarland oder auf dem Feldberg im Schwarzwald, waren es sogar mehr als 100 Liter.

Nach der langen Trockenheit sind an den ersten Dezembertagen im Westen und Süden Deutschlands gebietsweise 70 bis über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Auch in den großen Flüssen führte das vielfach zu einem sprunghaften Anstieg der Wasserstände. So stieg beispielsweise der Pegel des Rheins in Köln bis Mittwochmittag schon um fast zwei Meter an. Binnenschiffer, die bisher nur mit deutlich weniger Ladung fahren konnten, dürfen jetzt wieder auf bessere Zeiten hoffen.

Nach den Regenfällen der vergangenen Tage sind die Pegel vieler Flüsse angestiegen. Für eine nachhaltige Verbesserung der Wassertiefe ist allerdings noch viel mehr Niederschlag nötig. Bild: dpa

Um jedoch die Niedrigwasser-Situation nachhaltig zu verbessern, muss es in der nächsten Zeit noch sehr viel mehr regnen. Ansonsten sinken die Pegel während einer trockenen Wetterphase schnell wieder und ebenso die Fahrwassertiefe für die Schiffe. Experten der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) haben jetzt abgeschätzt, wieviel Regen zusammenkommen müsste, um den Wasserstand im Rhein lang anhaltend zu stabilisieren.

Danach sind im gesamten Rheingebiet von seinen Quellregionen in den Alpen bis zum Mittelrhein im Zeitraum von Anfang Dezember bis in die erste Januarwoche großräumig mindestens 250 Liter Niederschlag pro Quadratmeter notwendig, um zumindest eine für einige Wochen anhaltende Verbesserung der Wassertiefe zu erreichen. Damit sich die Situation am Rhein nachhaltig entspannen kann, sind im nächsten Jahr alleine bis Ende Juni sogar deutlich über 1000 Liter pro Quadratmeter im Durchschnitt erforderlich.

Und das ist eine ganze Menge Regen, vor allem wenn man bedenkt, dass der mittlere Jahresniederschlag beispielsweise in Mannheim bei lediglich 650 bis 700 Liter pro Quadratmeter liegt. Zwar ist dieser Wert in den Mittelgebirgen und den Alpen deutlich höher, aber auch dort müsste im nächsten halben Jahr überdurchschnittlich viel Regen fallen.

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