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Mittwoch, 02.11.2016

Eis und Schnee breiten sich aus

Schneebedeckung auf Rekordhoch

Die Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel hat den zweithöchsten Wert seit rund 50 Jahren erreicht. Nur im Jahr 1976 lag nach Satellitenbeobachtungen zu dieser Jahreszeit mehr Schnee. Welche Folgen hat dies für den Winter?

Kaum zu glauben aber wahr: Trotz neuer Temperaturrekorde rund um den Nordpol gibt es in der Fläche auf der Nordhalbkugel derzeit so viel Schnee wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Schneedecke hat sich mittlerweile auf rund 31,48 Millionen Quadratkilometern ausgebreitet. Nur im Jahr 1976 gab es ein klein wenig mehr. Besonders über Russland ist in den vergangenen Tagen einiges an Schnee gefallen, sodass weite Teile des Landes mittlerweile weiß sind. Hinzu kommen dort Temperaturen, die verbreitet deutlich niedriger als im langjährigen Mittel sind.

Weite Teile Russlands liegen mittlerweile unter einer Schneedecke begraben. Bild: NOAA

Kurios: Verantwortlich für die flächenmäßig frühen Schneefälle rund um den arktischen Ozean ist vermutlich die geringe Konzentration an Meereis. Da die Luft über offenem Wasser weitaus mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als über Eis, kommt es häufiger zu Niederschlägen. Diese fallen in hohen Breiten zu dieser Jahreszeit als Schnee. Aufgrund der frühen und verbreiteten Schneedecke kühlt sich die Luft zudem ab und führt zu teils weit unterdurchschnittlichen Temperaturen.

Die Höchstwerte in Sibirien liegen im zweistelligen Minusbereich.

Welchen Einfluss hat dies nun auf das Wetter bei uns in den kommenden Wochen und Monaten? Eine frühe und verbreitete Schneedecke über dem nördlichen Asien führt zum Aufbau eines kräftigen Kältehochs über Sibirien. Dieses kann den Polarwirbel dann schwächen. Je schwächer dieser ist, umso wahrscheinlicher werden polare Kaltluftausbrüche auch in Mitteleuropa. In den vergangenen Wintern waren die Ausgangsvoraussetzungen ähnlich, es folgten allerdings recht milde Winter in Mitteleuropa.

Nur schwache Luftdruckgegensätze dominieren derzeit das Wetter in Europa. Auch auf dem Atlantik ist es eher ruhig.

In diesem Jahr besteht für Schnee- und Kälteliebhaber aber Hoffnung, da die großräumige Verteilung von Hochs und Tiefs anders ist als in den vergangenen Jahren und die Luftdruckgegensätze eher gering sind. Auch auf dem Nordatlantik ist die Tiefdruckaktivität derzeit erstaunlich schwach. Gute Voraussetzungen für polare Kaltluftausbrüche also. Dies heißt natürlich nicht, dass uns, wie es mancherorts zu lesen ist, zwangsläufig ein harter Winter bevorsteht. Die Ausgangslage ist jedoch so gut wie seit Jahren nicht mehr.

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