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Mittwoch, 02.12.2020

Die Wetterextreme des Monats

Das ist im Dezember möglich

Große Temperaturunterschiede, schwere Stürme und Hochwasser - der Dezember ist nicht selten ein Monat voller Extreme. Dabei muss man nicht weit zurückgehen: Von Schneerekorden im Jahr 2010 bis hin zu frühlingshaften Weihnachten ist alles drin.

In den Hochlagen des Erzgebirges lag ab Mitte Dezember 2010 weit über ein Meter Schnee. Ein stürmischer Wind wehte den Schnee am Aschberg am Nordwestrand des Mittelgebirges sogar bis an die Dächer. Bild: Christian Herold

Der winterlichste Dezember der jüngeren Geschichte hat uns vor 10 Jahren kalt erwischt: Bereits Ende November 2010 startete der Winter mächtig durch und ließ uns bis Januar nicht mehr los. Vielen Menschen blieben die verschneiten Weihnachten in jenem Jahr besonders positiv in Erinnerung. Teils lagen Rekordschneehöhen von 30 bis 70 Zentimeter im Flachland. Der Monat endete mit einer negativen Temperaturabweichung von rund fünf Grad.

Am ersten Weihnachtstag 2010 lag zum ersten Mal seit 1981 im ganzen Land Schnee. Dabei wurden in einigen Städten sogar Rekordschneehöhen verzeichnet.

Es geht jedoch noch eisiger: Der kälteste Dezember seit Messbeginn vor rund 140 Jahren bildete den Auftakt des Jahrhundertwinters 1890/91. Damals lag die Monatsmitteltemperatur bei minus 5,3 Grad und damit nochmals anderthalb Grad unter der von 2010. Ganz Mitteleuropa versank in Schnee und Eis. Die extremsten Dezember-Kältewellen im 20. Jahrhundert gab es 1939, 1962 und 1969, als tagelang unter minus 20 Grad gemessen wurden. Der tiefste jemals in Deutschland registrierte Wert betrug minus 32,4 Grad am 29. Dezember 1939 in Hüll in Oberbayern.

Das wärmste Weihnachtsfest erlebten wir 2012: In Freiburg konnte man bei knapp 20 Grad den Weihnachtsbraten kurzentschlossen gegen Grill-Steaks auf der Terrasse tauschen.

Aber auch das Gegenteil ist möglich: Im Dezember 2015 gab es in den Mittelgebirgen und Alpen bis 1500 Meter Höhe keinen Schnee und kaum Frost. Stattdessen präsentierten sich viele Tage frühlingshaft bei Höchstwerten von 10 bis 15 Grad. Mit einer Mitteltemperatur von 6,5 Grad wurde der bis dato wärmste Dezember seit Messbeginn aus dem Jahr 1934 um bemerkenswerte zwei Grad überboten. Die höchste Spitzentemperatur gab es jedoch am 16. Dezember 1989. Damals wurde es in Müllheim südlich von Freiburg sommerliche 24 Grad warm.

LOTHAR brachte am 26. Dezember 1999 extreme Orkanböen. Sie walzten ganze Waldgebiete nieder, etliche Bäume wurden entwurzelt oder umgeknickt, wie hier im Schwarzwald. Bild: dpa

Im Dezember können auch schwere Stürme wüten. LOTHAR war einer der verheerendsten Orkane des 20. Jahrhunderts und fegte am 2. Weihnachtstag 1999 über Frankreich, Süddeutschland und den Alpenraum hinweg. Der Orkan hinterließ eine breite Schneise der Verwüstung und verursachte Milliardenschäden. Dabei starben 110 Menschen. Die Windspitzen erreichten unglaubliche 272 Kilometer pro Stunde auf dem Wendelstein. Im Flachland wurde die höchste Windgeschwindigkeit mit Tempo 151 in Karlsruhe gemessen.

Ebenfalls heftig war Orkan ANATOL am 3. und 4. Dezember 1999. Er richtete besonders in Hamburg und Schleswig-Holstein Schäden in Millionenhöhe an. Mehrere Menschen kamen ums Leben. Massive Schäden gab es in einigen Jahren auch durch Starkniederschläge. So fiel das Weihnachtsfest im Jahr 1993 entlang von Rhein, Mosel und Saar buchstäblich ins Wasser. Ein Jahrhunderthochwasser erforderte in vielen Städten Evakuierungen. Dabei starben mehrere Menschen.

In Köln herrschte um die Weihnachtszeit im Jahr 1993 Ausnahmezustand. Am Rhein gab es zuletzt 1926 eine vergleichbare Hochwasserkatastrophe. Bild: dpa

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