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Freitag, 23.04.2021

Böden noch immer trocken

Wäldern droht nächste Dürre

Unseren Wäldern und Äckern droht das vierte Dürrejahr in Folge. Seit 2018 sind die tieferen Bodenschichten in Deutschland sehr trocken. Die Trockenheit wird wohl auch in diesem Jahr für die Vegetation zu einem größeren Problem.

Dem Wald in Deutschland geht es laut einem Waldzustandsbericht gar nicht gut. Unser WetterReporter spricht mit der stellvertretenden Leiterin des Nationalparks Harz, Sabine Bauling, über die aktuellen Entwicklungen.

Das Baumsterben geht auch in diesem Jahr weiter. Obwohl aktuell ausreichend oberflächennahes Wasser für die aufblühende Vegetation vorhanden ist, müssen Felder und Obstplantagen bereits bewässert werden. Denn je tiefer man in den Boden blickt, desto trockener werden die Erdschichten. Für Bäume, die ihr Wasser aus noch tieferen Erdschichten beziehen, ist der Ausblick auf den Sommer bedrohlich.

Noch gravierender ist die Trockenheit in unseren südlichen Nachbarländern. Im Wallis müssen sogar die Almen bewässert werden. Bild: David Volken

Besonders trocken sind die tieferen Schichten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und im Rhein-Main-Gebiet. Seit 2018 führen die Wasser-Reservoirs in den tiefen Erdschichten sehr wenig Wasser. Erholen konnten sie sich in den vergangenen Jahren nicht. Dafür hätte es nämlich sehr lange und ergiebiger regnen müssen.

Im Video verrät Björn Goldhausen, warum die Wahrscheinlichkeit auf einen warmen und trockenen Sommer hoch ist.

Kräftige kurze Niederschläge wie Schauer oder Gewitter tragen allerdings nicht zur Füllung der Wasser-Reservoirs bei. Die plötzliche große Wassermenge kann von den Böden nicht aufgenommen werden und so fließt das meiste Wasser oberflächlich ab. Für die Erholung unserer Böden wären wiederholt langanhaltende mäßige Niederschläge über Wochen oder gar Monate notwendig. Die Wahrscheinlichkeit, dass es diesen Regen im Sommer gibt, ist eher gering.

Forscher haben herausgefunden, dass das Wetter im Frühjahr einen entscheidenden Einfluss auf Dürren im Sommer haben kann. Während sich der Februar in diesem Jahr beinahe durchschnittlich feucht präsentierte, zeigte sich der März recht trocken. Auch im April fielen bisher nicht mal zwei Drittel der üblichen Niederschlagsmenge.

Ob aber der Mai oder der Juni in Sachen Regen eine Schippe drauflegen können und somit die Trockenheit zumindest verringert wird, bleibt noch abzuwarten. Das langjährige Minus kann bis zum Sommer aber wahrscheinlich nicht vollständig ausgeglichen werden.

(Ein Bericht von Annika Jacob aus der WetterOnline-Redaktion)

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