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Dienstag, 23.11.2021

Ausgangssperre und Hangrutsch

La Palma-Vulkan besonders aktiv

Der Vulkan auf der Kanareninsel La Palma ist weiterhin sehr aktiv und spuckt Asche und Lava. Erneut musste der Flughafen geschlossen werden. Aufgrund giftiger Gase wurde zudem eine Ausgangssperre verhängt. Der Ausbruch ist mittlerweile einer der schwersten in Europa seit über 75 Jahren.

Nur noch das Dach eines Hauses schaut auf La Palma aus einer meterdicken Ascheschicht heraus. Im Hintergrund ist die Aschewolke über dem Vulkan am Gebirgszug Cumbre Vieja zu erkennen. Bild: dpa

Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma dauert auch nach mehr als zwei Monaten noch an. Lavaströme ergießen sich die Hänge hinab, über dem Feuerberg türmt sich eine Aschewolke auf. Weil die Menge der ausgestoßenen Asche inzwischen 10 Millionen Kubikmeter überschritten hat, wurde der sogenannte Vulkanexplosivitätsindex (VEI) auf Stufe 3 von 8 heraufgesetzt. Die Eruption gilt damit bereits jetzt als die schwerste Europas (ohne Island) seit dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 1944.

Kürzlich hat ein neuer Lavastrom das Meer erreicht und sorgt seitdem an der Südwestküste La Palmas für riesige, weiße Wolken aus Wasserdampf, aber auch giftigen Gasen. Aus diesem Grund verhängten die Behörden eine Ausgangssperre für rund 3000 Bewohner nahegelegener Küstenorte. Außerdem kann der Flughafen der Insel seit Montag nicht mehr angeflogen werden, weil aufgrund ungünstiger Windverhältnisse auch dort Ascheregen niedergeht und die Start- und Landebahn mit einer schwarzgrauen Schicht überzieht.

An der Stelle, wo sich der neue Lavastrom über eine steile Klippe ins Meer ergießt, rutschten am Dienstag noch dazu Teile der Böschung ins Meer. Die Folge war neben den weißen Wasserdampfwolken eine noch größere braungraue Wolke, die Hunderte Meter hoch in den Himmel stieg.

Vor allem nachts bieten die rotglühenden Lavaströme auf der Kanareninsel eine mitunter gespenstische Szenerie. Bild: dpa

Die Zerstörungen der Infrastruktur auf La Palma sind gewaltig. Bis jetzt wurden mehr als 2600 Gebäude in mehreren Ortschaften und fast 80 Kilometer Straßen zerstört. Mehr als 7000 Menschen mussten evakuiert werden. An einigen Stellen liegt die im Laufe der Zeit zusammengekommene Ascheschicht mehr als 5 Meter hoch. Teils schauen nur noch die Giebel verschütteter Häuser aus der schwarzen, staubigen Masse heraus. Auch viele Bäume sind bis zu den Wipfeln verschüttet und sterben zusehends ab.

Eine schwere Schicht aus Vulkanasche bedeckt eine Bananenplantage. Bild: dpa

Für die neben Tourismus vor allem auf den Export von Bananen angewiesene Insel haben die Lavaströme und der ständige Ascheregen verheerende Folgen. Plantagen, die von der Lava nicht niedergewalzt werden, gehen häufig unter dem Ascheregen oder wegen Wassermangels in die Knie.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer und Dr. Bernd Maurer aus der WetterOnline-Redaktion)

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