WetterOnline ( https://www.wetteronline.de )

Wetternews

Freitag, 01.06.2018

Gewitter treffen Südwesten

Schwere Unwetter in der Nacht

Überflutete Autobahnen, weggespülte Autos und aufgerissene Straßen: Ein Gewitterkomplex hat in der Nacht zum Freitag für Chaos und Schäden im Südwesten gesorgt. Besonders betroffen waren dabei Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Dramatische Bilder, die sich in der Nacht in der Ortschaft Bliesransbach in der Gemeinde Kleinblittersdorf im Saarland abspielten: Wassermassen rissen Autos mit und beschädigten Häuser schwer. Bild: NonstopNews

Rund um Karlsruhe kam es kurz nach Mitternacht zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Mehr als 200 Anrufe gingen beim Polizeinotruf Mannheim wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume ein. Straßen mussten gesperrt werden, Gullydeckel wurden aus der Verankerung gedrückt. In den Kraichtaler Stadtteilen Menzingen und Neuenbürg wurden Straßen zu reißenden Flüssen. Das Wasser riss alles mit, was ihm im Weg stand. Auch fiel der Strom in vielen Orten der Region für mehrere Stunden aus. Blitze hatten das Stromnetz zum Erliegen gebracht.

Ein Auto fährt auf einer überfluteten Straße in Bübingen im Saarland. Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zum Freitag im Saarland und Rheinland-Pfalz gewütet und Straßen sowie Keller unter Wasser gesetzt. Bild: dpa

Anschließend war das Saarland dran: Das Unwetter setzte dort viele Straßen und Keller unter Wasser. Vor allem die Orte St. Ingbert, Kleinblittersdorf, Blieskastel sowie Saarbrücken-Bübingen wurden überflutet. "Die Lage ist dramatisch", sagte eine Polizeisprecherin. "Wir haben wegschwimmende Autos und unterspülte Straßen." In Bliesransbach stürzte eine Brücke ein. Die Autobahn 1 wurde auf der Höhe Riegelsberg gesperrt, die Autobahn 620 auf der Höhe Saarbrücken. Die meisten Straßen in den betroffenen Gemeinden waren ebenso nicht befahrbar.

Auch in Rheinland-Pfalz wurden einige Regionen überschwemmt. In den Landkreisen Birkenfeld und Saarburg sowie im Raum Ludwigshafen gab es überflutete Straßen und vollgelaufene Keller, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. In Morbach schlug ein Blitz in eine Kapelle ein. Die Turmspitze hatte Feuer gefangen. Das Gebäude selbst brannte laut Polizei aber nicht ab. In Frankenthal, Bad Dürkheim und Neustadt an der Weinstraße hatten die Feuerwehren in der Nacht unzählige Einsätze. Rund 250 Notrufe seien eingegangen.

Die Wassermassen reißen im saarländischen Bübingen Straßen auf. Bild: dpa

In Hessen, Thüringen, Sachsen und Bayern und hatten bereits am Donnerstag schwere Unwetter gewütet. In Oberfranken lösten sich mehrere Schlammlawinen und rutschten auf Straßen. Teile einer Kreisstraße wurden weggespült. Alleine im Landkreis Wunsiedel waren mehr als 350 Feuerwehrleute im Einsatz. Auch das Vogtland war wieder betroffen. Besonders zwischen Bad Brambach und Adorf gab es nach der Flutkatastrophe an Christi Himmelfahrt erneut schwere Überflutungen.

(WO/dpa)

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...