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Mittwoch, 16.05.2018

Quelle des Ozonkillers unbekannt

Studie: FCKW will nicht weichen

Seit 2010 dürfen FCKW nicht mehr hergestellt werden. Doch ein Stoff verschwindet nicht so aus der Atmosphäre wie er sollte. Forscher vermuten nun, dass dieser illegal wieder produziert und eingesetzt wird.

Amerikanische Forscher sind womöglich einem Umweltverbrechen auf der Spur. Sie fanden verdächtige Messwerte eines Ozonkillers in der Atmosphäre, berichten sie in der Fachzeitschrift "Nature". Die Stoffmenge von Trichlorfluormethan in der Atmosphäre sinkt demnach seit 2012 langsamer als nach den geltenden Umweltregelungen zu erwarten wäre. Dabei wird eine neue, illegale Quelle von Trichlorfluormethan vermutet.

FCKW wurde früher unter anderem als Kühlmittel und als Treibmittel in Spraydosen verwendet. Bild: dpa

Trichlorfluormethan gehört zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW), die früher unter anderem als Kühlmittel und als Treibmittel in Spraydosen verwendet wurden. In den 1970er-Jahren erkannten Wissenschaftler, dass FCKW die schützende Ozonschicht in der höheren Atmosphäre schädigen können. Nach der Entdeckung des Ozonlochs über der Antarktis im Jahr 1985 einigte sich die Staatengemeinschaft auf eine drastische Reduzierung der FCKW. Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für diese Stoffgruppe.

Die Regelungen spiegeln sich auch in den Messdaten für Trichlorfluormethan in der Atmosphäre wider: Nach einem Stoffmengenanteil von knapp 270 Teilchen pro Billion Teilchen in der Mitte der 1990er-Jahre sank der Anteil zunächst. Dass der Anteil auch nach dem Verbot der FCKW-Produktion nicht sofort auf Null sank, hat zum einen damit zu tun, dass der Abbau der Stoffe in der Atmosphäre zum Teil Jahrzehnte dauert. Zum anderen werden geringe Menge FCKW weiterhin freigesetzt, wenn etwa alte Kühlschränke verschrottet oder Gebäude abgerissen werden.

Die Ozonschicht umgibt die Erde hauptsächlich in der unteren Stratosphäre und schützt uns vor der energiereichsten Strahlung des Sonnenlichts - der UV-C Strahlung

Doch etwa 2012 bekam die Trichlorfluormethan-Kurve einen Knick: Der Stoffmengenanteil sank nicht mehr wie erwartet. Dazu kamen steigende Unterschiede des Anteils auf der nördlichen und der südlichen Erdhalbkugel. Außerdem zeigt der Verlauf der Kurve innerhalb eines Jahres verdächtige Ähnlichkeiten mit dem Messkurvenverlauf zweier anderer FCKW: Chlordifluormethan und Dichlormethan. Das lasse vermuten, dass alle drei Stoffe aus derselben Quelle freigesetzt werden.

Die Ozonschicht umgibt die Erde hauptsächlich in der unteren Stratosphäre und schützt uns vor der energiereichsten Strahlung des Sonnenlichts - der UV-C Strahlung

Die Forscher simulierten mit verschiedenen Atmosphärenmodellen die Ausbreitung von Trichlorfluormethan anhand der vorhandenen Messwerte. Aber allein mit dem Luftaustausch in der Atmosphäre, waren die Werte nicht zu erklären. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass es eine neue Quelle für den Stoff. Als Größenordnung nennen die Wissenschaftler 13.000 Tonnen pro Jahr. Die Computersimulationen ergaben eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Quelle in Ostasien.

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