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Samstag, 17.03.2018

Polarluft flutet Deutschland

Spätwinter lässt Muskeln spielen

Eisiger Wind, Dauerfrost und Schnee - Hoch IRENÄUS friert alle Frühlingsgefühle ein. Selbst neue Negativrekorde bei der Temperatur sind möglich. Zudem verursachten teils starke Schneefälle und Sturm massive Behinderungen.

Rund um Leipzig sind knapp 20 Zentimeter Schnee gefallen. Bild: Oliver Geister

Eisige Polarluft hat Deutschland fest im Griff. Am Tag zeigt das Thermometer meist nur Höchstwerte um den Gefrierpunkt an, häufig herrscht sogar Dauerfrost. Dazu weht ein bitterkalter Ostwind. Die gefühlten Temperaturen erreichen so verbreitet zweistellige Minusgrade. Besonders vom südlichen Niedersachsen bis zum Erzgebirge hat es dazu teils heftig geschneit. In einigen Regionen kamen sogar rund 20 Zentimeter Neuschnee zusammen. Auch an der Ostsee bildete sich durch den sogenannten Lake-Effekt örtlich wieder eine Schneedecke.

Auf den recht warmen Böden taute der Schnee anfangs an, um anschließend direkt wieder zu gefrieren. Entsprechend verwandelten sich viele Straßen in Rutschbahnen, sodass es zu zahlreichen Unfällen kam. Dazu gab es einige Verletzte. Auch auf den Autobahnen, wie zum Beispiel der A2 bei Braunschweig, ging es nur schleppend voran. Der starke bis stürmische Ostwind führte zu Schneeverwehungen. Binnen Minuten waren gerade geräumte Straßen wieder zugeweht. Zudem legte der Schnee den Zugverkehr am Leipziger Bahnhof komplett lahm.

Im Norden des Landes riss der Sturm, der in Böen 90 bis 110 Kilometer pro Stunde erreichte, etliche Bäume um und beschädigte Dächer. Allein in Kiel musste die Feuerwehr rund 30 Mal ausrücken, sie sperrte am Freitag vorübergehend Abschnitte der Fußgängerzone, weil der heftige Wind Teile eines Dachs herunterwehte. In Kiel-Dietrichsdorf löste sich die Dachpappe eines achtgeschössigen Mehrfamilienhauses, die Höhenretter mussten sie wieder festmachen.

Starker Oststurm an den Küsten: Am Leuchtturm von Sassnitz auf Rügen brechen große Wellen. Bild: dpa

In Damp bei Rensburg riss der Sturm Fassadenteile eines Gebäudes des Ostsee-Resorts ab. Die Feuerwehr räumte daraufhin einen angrenzenden Parkplatz und sperrte das Gebiet weiträumig. In den Kreisen Stormarn, Herzogtum-Lauenburg und Ostholstein blockierten umgestürzte Bäume einzelne Straßen. Der Schiffsverkehr hatte ebenfalls Probleme, einige Fähren konnte nicht auslaufen. Zudem drückte der Sturm das Wasser an die Küsten, so trat die Obetrave in Lübeck über die Ufer und in Flensburg wurde das Hafengebiet überschwemmt.

Zwar kommen massive Kaltlufteinbrüche gerade im März immer mal wieder vor, dennoch ist eine solche Wetterlage wie derzeit alles andere als normal. Die Temperatur liegt teils 10 Grad unter dem langjährigen Mittel. Besonders in Teilen von Nordrhein-Westfalen sind auch neue Temperrekorde möglich. Dort könnte es örtlich für die niedrigste Höchsttemperatur Mitte März seit Beginn der Aufzeichnungen reichen. Ob es auch bei den Tiefstwerten für neue Rekorde reicht, bleibt noch abzuwarten.

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