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Dienstag, 20.02.2018

Wasser in Kapstadt rationiert

Katastrophale Dürre in Südafrika

Eine der schlimmsten Dürren seit 100 Jahren hat in Südafrika zur Ausrufung des Katastrophenfalls geführt. Schon seit Wochen dürfen Haushalte nur noch 40 Liter Wasser pro Tag verbrauchen. Bald droht die Rationierung auf 25 Liter pro Tag.

Südafrika leidet unter einer der schlimmsten Dürren seit über 100 Jahren. Auch in der Millionenmetropole Kapstadt neigen sich die Wasserreserven dem Ende zu. Bild: dpa

Kapstadt, die zweitgrößte Stadt Südafrikas, leidet unter einer der schlimmsten Dürreperioden seit mehr als 100 Jahren. Um den Tag hinauszuzögern, an dem kein Wasser mehr aus den Hähnen fließt, dürfen die Menschen seit Anfang Februar täglich nur noch 40 Liter verbrauchen - das entspricht in etwa einer dreiminütigen Dusche. Kapstadts Stadtverwaltung steht wegen der Wassernot unter heftiger Kritik. Ihr wird vorgeworfen, auf Warnungen von Experten nicht gehört und viel zu spät Maßnahmen zur Einschränkung des Wasserverbrauchs ergriffen zu haben.

Die Wasserspeicher in der Umgebung Kapstadts sind nahezu erschöpft. Fällt nicht bald ergiebiger Regen drohen drastische Rationierungen. Bild: dpa

Mit Ausrufung des landesweiten Katastrophenzustandes übernimmt nun die Regierung selbst das Krisenmanagement. Der Chef des südafrikanischen Katastrophenschutzes wies alle staatlichen Einrichtungen an, Notfallpläne zu erarbeiten, Soforthilfen zur Verfügung zu stellen und alle notwendigen Baumaßnahmen zum Kampf gegen den Wassermangel zu ergreifen. Nach neuesten Berechnungen könnte der gefürchtete "Tag Null" am 11. Juni erreicht sein. Danach wird Trinkwasser nur noch an 200 Versorgungsstellen ausgegeben, strikt rationiert auf 25 Liter pro Tag.

Schon jetzt stehen Bewohner der Millionenmetropole an Wasserausgabestellen Schlange. Bild: dpa

Was bei uns kaum vorstellbar ist: Schon 40 Liter Wasser pro Person und Tag fürs Trinken, Waschen, Kochen, Putzen und Toilettespülen entsprechen kaum einem Drittel des täglichen Durchschnittsverbrauchs in Mitteleuropa. Wird die Rationierung auf nur noch 25 Liter angeordnet, wird dies wohl nur unter Aufsicht von Militär und Polizei sicherzustellen sein. Die Behörden versuchen mit Meerwasserentsalzungsanlagen, Wasserrückgewinnung und Grundwasserentnahmen die Wasserreserven etwas zu strecken. Sogar die Erhebung einer Dürresteuer wird erwogen.

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