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Mittwoch, 01.11.2017

Käufer bekommen mehr als 50 Euro

Strompreis: Kollaps bei HERWART

Es klingt absurd: Wer Strom verkauft, muss seinen Abnehmern Geld dafür zahlen. So geschehen bei Sturmtief HERWART. Bezahlen muss dies letztlich der Verbraucher.

Bei Sturmtief HERWART am 29.10.2017 fällt der Strompreis im Tagesdurchschnitt auf minus 52,11 Euro pro Megawattstunde. Davor und danach kostet Strom durchschnittlich 30 bis 40 Euro pro Megawattstunde.

Sturm HEWART brachte mit Orkanböen nicht nur erhebliche Schäden, sondern lies auch die Windräder rotieren. In der Folge gab es viel zu viel an Windstrom. Energie wird an der Energiebörse in Leipzig gehandelt und dort sackte der Preis aufgrund des Überangebotes ins Bodenlose. Noch schlimmer, zwischenzeitlich musste der Verkäufer dem Käufer sogar Geld bezahlen und das in der Spitze sogar mehr als 80 Euro, im Tagesdurchschnitt waren es 52,11 Euro.

Negative Strompreise kommen durchaus häufiger vor: Im Jahre 2015 an 25 Tagen im Jahr, im Jahre 2016 waren es 19 Tage. Der Preissturz erfolgt immer dann, wenn Solaranlagen oder Windkraftwerke mehr Energie produzieren als benötigt wird. Die großen Kohlekraftwerke können bzw. dürfen aufgrund der Systemstabilität in solchen Phasen nicht einfach abgeschaltet werden. Ein Überangebot an Strom entsteht.

Dabei geht es durchaus noch extremer als bei HERWART: Am 8. Mai 2016 fiel der Strompreis sogar auf unter minus 130 Euro pro Megawattstunde. An diesem ohnehin schon verbrauchsarmen Sonntag schien die Sonne in ganz Deutschland 14 bis 15 Stunden lang. Zugleich wehte ein kräftiger Wind.

Profiteure von negativen Strompreisen sind Betreiber von Pumpspeicherwerken, wie sie vor allem in den Alpen betrieben werden. Nachteilig ist das Ganze für den Verbraucher. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nämlich festgelegt, dass die Betreiber von Wind- und Sonnenenergie immer eine feste Vergütung erhalten, unabhängig von der Nachfrage. Die Differenz zwischen diesem garantierten Vergütungssatz und dem Marktpreis wird über die EEG-Umlage finanziert, die alle Bundesbürger zahlen müssen.

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