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Mittwoch, 25.01.2017

Wetter begünstigt viel Feinstaub

Besorgniserregende Luftqualität

Durch das anhaltende Hochdruckwetter steigen seit Tagen die Feinstaubwerte in ganz Deutschland über die erlaubten Grenzwerte. In Stuttgart wurde sogar ein neuer Rekord verzeichnet. Die Gesundheit leidet auf vielfältige Weise.

In Stuttgart herrscht seit dem 16. Januar durchgehend Feinstaubalarm. Allerdings werden durch das freiwillige Fahrverbot Verkehr und Feinstaub kaum weniger. Bild: dpa

Seit Tagen überschreiten die Feinstaubwerte fast in allen deutschen Städten die erlaubten Grenzwerte. In Stuttgart und Nürnberg stiegen die Werte sogar auf ungekannte Höhen. Am Montag wurde am Neckartor in Stuttgart mit 188 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft ein neuer Rekord aufgestellt. An der vielbefahrenen Von-der-Tann-Straße in Nürnberg lag der Spitzenwert letzte Woche mit 232 Mikrogramm sogar über viermal so hoch wie der europaweit geltende Grenzwert von 50 Mikrogramm, der an 35 Tagen überschritten werden darf.

Besonders bei kaltem Hochdruckwetter im Winter können sich erdbodennah viele Schadstoffe sammeln. Im Vergleich zu den 1990er Jahren ist die Feinstaubkonzentration generell aber stark zurückgegangen.

Ursache für die derzeit besonders hohen Feinstaubwerte ist die windschwache Hochdruckwetterlage. Durch das Abkühlen bodennaher Luftschichten entsteht eine Inversion. Die wärmere Luft in der Höhe wirkt wie ein Deckel, sodass die bodennahen Schadstoffe sich nicht in der gesamten Atmosphäre verteilen können. Da diese Sperrschicht zu Wochenbeginn in Stuttgart nur 150 Meter über dem Stuttgarter Talkessel lag, wurde der bodennahe Nebel mit giftigen Schadstoffen besonders stark angereichert.

Die Situation hat sich durch kältere Luft in der Höhe zwar zwischenzeitlich etwas entspannt, doch werden in den meisten Städten die Grenzwerte weiterhin überschritten. Spitzenreiter am Mittwochmittag war Nürnberg mit 133 Mikrogramm. Am Donnerstag kann ein auffrischender Wind die giftige Dunstglocke verwehen. Ob der Wind aber auch in die kaltluftgefüllten Täler Süddeutschlands durchbricht, bleibt fraglich. Eine nachhaltige Besserung der Luftqualität ist erst mit einer Wetterumstellung ab Sonntag in Sicht.

Feinstaub ist für die Gesundheit hochgefährlich: Die winzigen Partikel dringen über die Atemwege in die Lunge ein und verbreiten sich über das Blut im ganzen Körper. Es kann zur Schädigung von Lunge, Herz, Kreislauf und sogar Gehirn kommen, da der Körper die Mikro-Partikel nicht wieder ausscheiden kann. Besonders häufig sind Atemwegserkrankungen wie eine chronische Bronchitis. Aber auch Krebs, Schlaganfälle und vielleicht sogar Demenz wird durch das Einatmen von Feinstaub wahrscheinlicher.

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