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Montag, 13.06.2016

Vulkanausbruch mit Folgen

1816: Das Jahr ohne Sommer

Vor 200 Jahren fiel der Sommer noch deutlich kühler und nasser aus als aktuell. Das Jahr 1816 ging als "Jahr ohne Sommer" in die Geschichte ein. Ursache war ein gewaltiger Vulkanausbruch.

Der Sommer 1816 sticht mit einer Durchschnittstemperatur von nur 16 Grad deutlich heraus. Normal wären zu der damaligen Zeit etwa 18 Grad gewesen, heute liegt die Durchschnittstemperatur bei über 19 Grad.

Vor allem im Süden machte sich das kühle und nasse Wetter bemerkbar. So gilt der Sommer 1816 zum Beispiel in Karlsruhe bis heute als der kälteste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1779. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, in den Alpen schneite es immer wieder bis in tiefe Lagen.

Auch in Berlin gilt der Sommer als äußerst kühl, allerdings gab es dort im Laufe der Zeit noch kühlere. Neben Mitteleuropa war auch Westeuropa betroffen, während es in Nordeuropa sogar eher wärmer als im Mittel war. Auch im Nordosten der USA war es nass und kalt. Selbst im Juni fiel Schnee, im Juli gab es Nachtfröste.

Noch heute brodelt der Tambora auf Indonesien. Im Jahre 1815 wurde der damals 4000 Meter hohe Gipfel weggesprengt. Es ist der größte Vulkanausbruch seit mindestens 2000 Jahren.

Ursache war ein gewaltiger Ausbruch des Vulkans Tambora auf Indonesien. Damals wurden über 150 Kubikkilometer an vulkanischem Material herausgeschleudert. Zum Vergleich: Beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull im Jahre 2010 waren es gerade mal 0,14 Kubikkilometer. Schätzungen zufolge wurde das Material bis in eine Höhe von 25 Kilometern verfrachtet. Relevant für das Klima war insbesondere das ausgestoßene Schwefeldioxid.

Relevant für die Klimaveränderungen bei einem Vulkanausbruch ist Schwefeldioxid, aus dem sich Sulfataerosole entwickeln. Gelangen diese bis in die Stratosphäre, können sie das Klima gobal beeinflussen.

Schwefeldioxid wird mit der Zeit zu Schwefelsäure, diese wiederum zieht Wasser an und kleinste Tröpfchen bilden sich. Diese sogenannten Sulfataerosole reflektieren das Sonnenlicht, sodass weniger solare Einstrahlung auf der Erde ankommt und diese somit abkühlt. Wichtig ist nun, in welcher Schicht die Sulfataerosole gelangen.

Bis etwa 18 Kilometer Höhe werden sie vom Regen rasch ausgewaschen und haben keine Auswirkungen aufs Klima. Befinden sich die Aerosole aber in der darüber liegenden Stratosphäre, können sie zum einen über Jahre hinweg existieren. Zugleich werden sie, vor allem wenn der Vulkan in Äquatornähe ausbricht, über den ganzen Globus verteilt.

Diesen Effekt der Abkühlung durch die Aerosole will man sich übrigens auch im sogenannten Climate Engeneering zu Nutze machen. Dabei plant man tatsächlich Schwefeldioxid in die Stratosphäre zu geben, um eine absichtliche Abkühlung herbeizuführen. Dies ist jedoch ein gefährliches Unterfangen mit Nebenwirkungen. Zum einen begünstigt Schwefeldioxid den Abbau von Ozon. Zum anderen wird durch die Abkühlung die globale Zirkulation durcheinandergebracht. Unkontrollierte Regenfälle wie auch im Sommer 1816 wären die Folge.

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