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Montag, 27.10.2014

Island-Vulkan weiter aktiv

Größte Eruption seit 200 Jahren

Seit zwei Monaten quellen große Mengen Lava aus einer Erdspalte nahe des isländischen Vulkans Bardarbunga. Vulkanologen sind besorgt, denn ein Ende der Eruption ist ebenso wenig absehbar wie ihr weiterer Verlauf.

Das durch die wochenlange Eruption entstandene Lavafeld bedeckt inzwischen eine Fläche von gut 63 Quadratkilometern. Das Volumen des im Mittel etwa 14 Meter hoch aufgetürmten Gesteinsbreis beträgt fast einen Kubikkilometer. Gemessen an der Menge des ausgeworfenen Materials ist der aktuelle Ausbruch mittlerweile die größte Eruption auf Island seit über 200 Jahren. Nur die berühmte Laki-Eruption, die von Juni 1783 bis Februar 1784 andauerte, war mit fast 15 Kubikkilometer ausgestoßener Lava größer als die aktuelle Eruption.

Luftaufnahme der Eruptionsspalte des Bardarbunga: Nur mit Sondergenehmigung konnte sich der Fotograf dem Vulkan für diese atemberaubende Aufnahme nähern. Bildquelle: Lukas Gawenda

Weil das austretende Magma große Mengen giftiger Gase - allen voran Schwefeldioxid - freisetzt, ist das Gelände in weitem Umkreis um den Vulkan für die Öffentlichkeit gesperrt. Nur Geologen und Vulkanologen haben freien Zugang, können sich der Eruption jedoch nicht mehr ohne Atemschutzgerät nähern. Dennoch: Trotz akribischer Überwachung können die Experten nicht abschätzen, wie sich der Ausbruch weiterentwickeln wird. Täglich erschüttern starke Erdbeben das Gebiet, die meisten davon mit Epizentrum genau unter dem Zentralvulkan.

Satellitenbild der Ausbruchsregion: Gut hebt sich das aus dem Riss in der Erde quellende, rot glühende Magma gegen dunklere, bereits erkaltete Lava ab. Dampf und vulkanische Gase werden vom Wind nach rechts geweht. Bildquelle: NASA

Die unter einem über 700 Meter dicken Gletscher verborgene Caldera des Vulkans hat sich seit Beginn der Eruption um rund 40 Meter gesenkt. Und täglich kommen weitere 30 Zentimeter hinzu. Ob diese fortlaufende Absenkung letztlich zu einem explosiven Ausbruch führen wird, ist aber weiterhin unklar. Der Nachschub an frischem Magma reißt indessen wohl nicht so bald ab. Denn der Bardarbunga, so jüngste Erkenntnisse, liegt genau auf einem sogenannten "Hot Spot", in dem extrem heißes Magma aus dem Erdmantel direkt zur Oberfläche quillt.

Brodelnde Lavafontänen schießen Dutzende von Metern hoch in den Himmel und ergießen sich Schicht um Schicht über die umgebende Hochebene. Ihr giftiger Atem wird vom Wind über die ganze Insel verteilt. Bildquelle: Lukas Gawenda

Experten gehen daher davon aus, dass die aktuelle Eruption noch Monate andauern kann. Dabei ist es durchaus möglich, dass sich die Schmelze auch neue Wege sucht und sich weitere Erdspalten öffnen, ja sogar dass der Zentralvulkan selbst ausbricht. Fakt ist: Auch ohne den ganz großen Knall wird Island gerade Zeitzeuge eines geologischen Ereignisses von historischer Dimension. Denn Tag für Tag entsteht auf der Insel neues Land, ein Prozess, der ihr Relief für immer ändern wird. Der Vulkan zeichnet Islands Landkarte gerade neu ...

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