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Donnerstag, 12.06.2014

Ruhrgebiet bleibt wie gelähmt

Unwetter fällt Tausende Bäume

Das Unwetter vom Pfingstmontag in Nordrhein-Westfalen hat verheerendere Auswirkungen als bisher befürchtet. Es wird Wochen dauern, bis alle Straßen und Schienen im Ruhrgebiet wieder frei sind. Nun war auch noch der Osten von unwetterartigen Gewittern betroffen.

Die Aufräumarbeiten dauern im Ruhrgebiet weiter an. Trotz intensiver Einsätze wird es noch Wochen dauern, bis alle Schäden beseitigt sind. Bildquelle: dpa

Etliche Bahnstrecken bleiben im Ruhrgebiet bis mindestens Freitag, einige Abschnitte sogar bis in die kommende Woche oder darüber hinaus gesperrt. Noch immer stecken 16 Züge auf offener Strecke fest und blockieren die Trassen. Streckenerkundungen werden teilweise mit Hubschraubern der Bundespolizei vorgenommen werden, da mit dem Zug oder Auto kein Durchkommen ist. Die Bahn hat trotz dieser intensiven Bemühungen immer noch keinen vollständigen Überblick über das Ausmaß der Schäden.

Große Bahnhöfe wie der Essener Hauptbahnhof bleiben damit weiterhin weitgehend vom Zugverkehr abgeschnitten. Auch viele S-Bahnlinien fallen aus. Im Berufsverkehr kommt es dadurch zu riesigen Staus. Viele Bundesstraßen und Autobahnen waren auch tagelang wegen umgestürzter Bäume nicht oder nur einspurig befahrbar. Es gibt zudem nicht genügend Busse für einen geregelten Schienen-Ersatzverkehr. An zahlreichen Schulen fiel daher der Unterricht aus, Zigtausende Pendler finden keinen Weg zur Arbeit.

So etwas hat das Ruhrgebiet noch nicht erlebt: Tagelang geht auf Schiene und Straße fast nichts. Bildquelle: dpa

Auch im Bahnverkehr in Ost- und Norddeutschland mussten Pendler und Reisende am Mittwoch mit großen Behinderungen rechnen. Die Fernverkehrsstrecke Hamburg-Berlin wurde bis Betriebsschluss gesperrt, weil umgestürzte Bäume von den Gleisen geholt werden mussten. Die Trasse Berlin-Hannover war durch Blitzeinschläge in Stromleitungen für drei Stunden nicht befahrbar.

Die Schadenshöhe beläuft sich auf über 100 Millionen Euro. Die Versicherten meldeten bereits über 14.000 Schäden an Wohngebäuden und Autos. Der Gewittersturm riss in einigen Städten jeden vierten Baum um, insgesamt beschädigte er mehr als 80.000 Bäume. Das Sturmereignis mit seinen verheerenden Folgen war in NRW das schlimmste seit Orkan KYRILL. Für das Ruhrgebiet sind die Auswirkungen sogar noch weit gravierender. Bei in etwa gleichen Windgeschwindigkeiten, liegt dies an den im Sommer belaubten Bäumen, die dem Wind mehr Angriffsfläche bieten.

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