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Gut für Geldbeutel und Umwelt - Tipps zum Wassersparen im Alltag

Tipps zum Wassersparen im Alltag

Gut für Geldbeutel und Umwelt

Wasser fließt in Hände
Inhalt

Waschen, Duschen, Putzen, Kochen – alltägliche Aktivitäten, die ohne Trinkwasser undenkbar sind. Laut dem Statistischen Bundesamt verbraucht jeder Deutsche täglich rund 128 Liter der kostbaren Ressource. Doch das Wasser aus dem Hahn ist nur ein Bruchteil des Gesamtverbrauchs. Ein Großteil unseres Wasserverbrauchs bleibt unsichtbar, als sogenanntes "virtuelles Wasser" in den Produkten, die wir nutzen.

Auch wenn es hierzulande aktuell noch keinen flächendeckenden Wassermangel gibt, tragen wir durch unser Konsumverhalten dazu bei, dass sich das Problem der Wasserknappheit in anderen Teilen der Welt verschärft. In diesem Zusammenhang stellen wir hier praktische Tipps vor, wie Sie im Alltag Wasser sparen können, um sowohl die Umwelt als auch Ihren Geldbeutel zu schonen.

Die Wasserressourcen der Erde und ihre Nutzung

Ausgetrocknetes Flussbett des Rheins in KölnIm Jahr 2022 litt der Rhein unter einer langanhaltenden Trockenheit. Da es wochenlang nicht geregnet hatte, waren ganze Uferabschnitte ausgetrocknet. Dies hatte nicht nur Folgen für die Schifffahrt, sondern auch für das Ökosystem des Flusses und der angrenzenden Gebiete.

Nicht verschwenderisch mit Wasser umzugehen, das ist für die meisten Menschen in Deutschland selbstverständlich - dafür spricht jedenfalls die Statistik. Lag der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in Privathaushalten vor 30 Jahren noch bei rund 147 Litern, gibt das Statistischen Bundesamtes derzeit noch 128 Liter Wasser an. Wofür das meiste Wasser verbraucht wird, zeigt die folgende Grafik:

Trinkwasserverwendung in deutschen Haushalten 2022Der mit 36 Prozent größte Trinkwasserverbrauch entfällt auf die tägliche Körperpflege. 27 Prozent des Trinkwassers wird die Toilette hinuntergespült. Den Rest verwenden wir zum Wäschewaschen, zum Geschirrspülen, zum Wässern des Gartens, zum Putzen oder für die Zubereitung von Essen. - Bild: Eigene Darstellung mit Daten aus der BDEW-Wasserstatistik 2022

Noch herrscht in Deutschland kein Mangel an dieser wichtigen Ressource. Dennoch gibt es regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit. Dies zeigen beispielsweise die Jahre 2018 bis 2020 und 2022, in denen es punktuell in der Bundesrepublik durchaus Engpässe gab.

Insgesamt werden zukünftig trockenere Sommer und niederschlagsärmere Winter deutliche Auswirkungen haben, die unter anderem die Landwirtschaft, die Schifffahrt oder Ökosysteme wie Wälder oder Feuchtgebiete spüren werden.

Alles muss fließen: Warum übertriebene Sparsamkeit schaden kann

Wasserleitungen liegen offen im BodenWird zu wenig Wasser verbraucht, kann das außerdem Folgen für die Kanalisation haben. So können sich beispielsweise unangenehm riechende Faulgase bilden. Die Wasserversorger müssen die Trinkwasserleitungen der öffentlichen Netze regelmäßig durchspülen. Diese Leitungsspülungen oder Rohrnetzspülungen dienen der Reinigung und dem Erhalt des Leitungssystems.

Wasser zu sparen ist also grundsätzlich gut. Übertreiben sollten Sie damit allerdings nicht. Warum? Weil es fließen muss. Das Leitungsnetz wurde vor vielen Jahrzehnten geplant. Damals wurde davon ausgegangen, dass der Verbrauch weiter steigen würde.

Vielerorts, vor allem in ländlichen Gebieten, wurden die Kanäle deshalb zu groß dimensioniert. Die Folge heute: Das Wasser fließt zu langsam durch die Rohre, wodurch sich Keime bilden können. Nach einem längeren Urlaub sollten die Leitungen daher erst einmal für einige Minuten durchgespült werden.

Schon gewusst?

Ein effizienter Umgang mit Trinkwasser schont nicht nur die Ressourcen, sondern spart auch Energie. Denn Wasser muss gefördert, aufbereitet, in die Haushalte transportiert und anschließend wieder gereinigt werden. Zusätzlich muss Energie für die Erwärmung aufgewendet werden. All diese Prozesse verursachen indirekt den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) – und das belastet der Umwelt.

Virtuelles Wasser: So viel Wasser versteckt sich in unserem Alltag

Wasserfußabdruck und seine ZusammensetzungDer Wasserfußabdruck setzt sich aus dem direkten Wasserverbrauch, der die Wassernutzung im Haushalt abbildet, und dem indirekten, virtuellen Wasserverbrauch zusammen. Beim virtuellen Wasserverbrauch wird unterschieden, ob für die Herstellung von Konsumgütern die Ressourcen im eigenen Land oder im Ausland genutzt wurden.

Jeder Mensch in Deutschland verbraucht durchschnittlich 128 Liter Wasser pro Tag. Nicht in dieser Statistik enthalten ist die Wassermenge, die zum Beispiel für die Bewässerung von Obst, Gemüse oder Getreide sowie für die Herstellung unserer Kleidung oder anderer Gebrauchsgüter benötigt wird. Dieses Wasser, das bei der Produktion von Gütern verbraucht oder verschmutzt wird, nennt man „virtuelles Wasser“. Oft kommt es aus Regionen, in denen sauberes Wasser ohnehin knapp ist.

Gewaltiger Wasserfußabdruck

Der Begriff "virtuelles Wasser" beschreibt die Wassermenge, die für die Herstellung eines Produktes verbraucht wird. Rechnet man diese Werte mit ein, verbraucht jeder Deutsche 7200 Liter Wasser pro Tag – ein gewaltiger Unterschied zu den 128 Litern „sichtbaren“ Wassers. Ein Maß für den direkten und indirekten Wasserverbrauch ist der sogenannte „Wasserfußabdruck“. Quelle: Umweltbundesamt

Wassersparen heißt also nicht nur, den Hahn öfter mal zuzudrehen, sondern auch bei der Auswahl von Kleidung oder Lebensmitteln darauf zu achten. Ganz vermeiden lässt sich Wasserverschwendung dadurch nicht. Aber der persönliche Wasserfußabdruck lässt sich mit unseren Tipps auf jeden Fall verkleinern.

Tipps zum Wassersparen im Alltag

Wasser vom Obstwaschen wird zum Wässern der Balkonpflanzen genutztWasser zu sparen ist nicht schwer. Beim Waschen von Obst oder Gemüse kann das Wasser beispielsweise in einer Schüssel aufgefangen und zum Blumengießen verwendet werden.

Es gibt viele Möglichkeiten, Wasser einzusparen. Letztendlich müssen Sie selbst abwägen, welche Maßnahmen für Sie in Frage kommen. Am besten, Sie fangen in den eigenen vier Wänden an. Schritt für Schritt können Sie einzelne Tipps in Ihren Alltag integrieren, so dass sie schnell zur Gewohnheit werden.

1. Wassersparen beim Lebensmittelkauf

Frauen kaufen auf einem Markt frisches GemüseSaisonal und regional einzukaufen, wirkt sich positiv auf den virtuellen Wasserverbrauch aus. Zudem werden meistens beheizte Gewächshäuser und lange Transportwege vermieden.

Wassersparen in der Küche beginnt schon beim Einkauf. Diese zehn Lebensmittel sind nicht nur gesund, sie verbrauchen auch vergleichsweise wenig Wasser bei ihrer Erzeugung:

  1. Äpfel

  2. Milch

  3. Zitronen

  4. Gurken

  5. Zwiebeln

  6. Erdbeeren

  7. Grüner Salat

  8. Kartoffeln

  9. Karotten

  10. Tomaten

Tipp: Werden Sie zum Retter von Gemüseresten und verhelfen Sie Salat und Co. durch Regrowing zu einem Comeback auf dem Teller!

Diese zehn Lebensmittel benötigen eine große Menge Wasser bei ihrer Erzeugung:

  1. Kakao

  2. Röstkaffee

  3. Rindfleisch

  4. Nüsse

  5. Hirse

  6. Schweinefleisch

  7. Geflügel

  8. Reis

  9. Eier

  10. Kokosnuss

Generell ist es im Hinblick auf den Wasserverbrauch eine gute Entscheidung, auf saisonale und regionale Lebensmittel zu setzen. Unsere Tipps für regionales Obst und Gemüse im Frühling, Sommer, Herbst und Winter helfen Ihnen beim Einkauf.

2. Wassersparen in der Küche

Deckel wird auf einen Topf mit kochendem Wasser gelegtBeim Kochen passende Deckel verwenden und Töpfe nicht offen vor sich hin köcheln lassen. Das spart Wasser und Energie.

Auch beim Kochen lässt sich nicht nur Wasser, sondern auch Energie und Zeit sparen. Diese einfache Maßnahmen lassen sich leicht umsetzen:

  • Bereiten Sie One-Pot-Gerichte zu: Sie sind geschmacksintensiv und erfordern wenig Abwasch.

  • Nutzen Sie Dampfgarer.

  • Fangen Sie das Kochwasser von Gemüse auf. Es kann sehr gut als Basis für Soßen oder Suppen verwendet werden.

  • Benutzen Sie zum Aufkochen von Wasser lieber einen Wasserkocher als einen Kochtopf, da er weniger Energie verbraucht. Kochen Sie immer nur so viel Wasser auf, wie Sie gerade benötigen.

Frau spült Pfanne im HandwaschbeckenGeschirr unter fließendem Wasser zu reinigen, verbraucht sehr viel von der kostbaren Ressource. Besser ist es, die Spüle zur Hälfte mit Wasser zu füllen und dann abzuspülen.

Wassersparpotenzial gibt es auch beim ungeliebten Abwasch. Das Gute: Je weniger Sie tun, desto mehr sparen Sie:

  1. Verzichten Sie darauf, Geschirr und Besteck von Hand vorzuspülen, bevor Sie es in die Spülmaschine stellen. Dies ist nur nötig, wenn sich hartnäckige Essensreste auf dem Geschirr befinden.

  2. Räumen Sie Ihre Spülmaschine so ein, dass möglichst viel Geschirr hineinpasst.

  3. Stellen Sie die Spülmaschine erst dann an, wenn sie komplett gefüllt ist. So arbeitet sie am effizientesten und spart mehr Wasser als das Spülen von Hand.

  4. Wählen Sie bei Ihrem Geschirrspüler möglichst sparsame Programme. Vermeiden Sie Schnellprogramme, da sie in der Regel mehr Wasser verbrauchen.

  5. Achten Sie beim Spülen von Hand darauf, dass das Wasser nicht ständig läuft.

  6. Beim Waschen von Obst und Gemüse ist es sinnvoll, größere Mengen in einer Schüssel zu waschen. Das aufgefangene Wasser kann zum Beispiel zum Blumengießen verwendet werden.

Tipp:

Die Energieeffizienzlabel an Wasch- und Spülmaschinen geben Auskunft über den Wasserverbrauch. Während ältere Geräte häufig an die 100 Liter pro Waschgang benötigen, sind es heute bei einem 40-Grad-Waschgang weniger als 50 Liter. Steht eine Neuanschaffung an, ist es sinnvoll, auch den Wasserverbrauch als Kaufkriterium zu berücksichtigen.

3. Wassersparen im Badezimmer

Duschkopf mit fließendem WasserFür Duschköpfe gibt es spezielle Wassersparvorrichtungen. Diese mischen das Wasser mit Luft, sodass weniger Trinkwasser durch den Duschkopf fließt und der Wasserverbrauch sinkt.
  • Lassen Sie den Wasserhahn beim Zähneputzen nicht laufen. Auch beim Händewaschen können Sie Wasser sparen, indem Sie beim Einseifen den Wasserfluss stoppen.

  • Baden Sie nicht zu oft, sondern duschen Sie lieber.

  • Stellen Sie beim Duschen einen Timer, um die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren.

  • Herkömmliche Duschköpfe verbrauchen zwischen 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute. Mit wassersparenden Duschköpfen können Sie beim Duschen sehr viel Wasser sparen.

  • Rüsten Sie alte Toilettenkästen mit einem Spülstopp nach.

4. Wassersparen beim Waschen

Voll beladene Waschmaschine mit dreckiger WäscheDie Waschmaschine sollte dann erst eingeschaltet werden, wenn sie voll beladen ist. Waschen Sie nur in Ausnahmefällen einzelne oder wenige Kleidungsstücke.

Voll beladene Waschmaschinen reduzieren die Anzahl der nötigen Waschgänge und den damit verbundenen Wasserverbrauch deutlich. Viele Waschmaschinen verfügen über Sparprogramme, die weniger Wasser verbrauchen. Sie dauern eventuell etwas länger, die Wäsche wird aber genauso sauber.

5. Wassersparen beim Haustier

Hund wird in einem Eimer gewaschenOb in der Badewanne oder im Wassernapf: Auch bei der Versorgung von Haustieren kann der Verbrauch von Wasser reduziert werden.
  • Stellen Sie den Wassernapf Ihres Haustiers an einen schattigen Ort. So bleibt das Wasser länger frisch.

  • Spezielle Tränken für Haustiere reduzieren den Wasserverbrauch.

  • Beim Baden Ihres Haustiers können Sie Wasser sparen, indem Sie zum Beispiel einen Eimer mit Wasser oder eine Wanne verwenden.

6. Wassersparen im Garten

Regentonne mit viel Wasser im GartenIdealerweise sammeln Sie das Regenwasser in einer Regentonne, um damit den Garten zu bewässern.
  • Bewässern Sie Ihren Garten am besten morgens oder abends. So verdunstet weniger Wasser und die Pflanzen erhalten mehr Flüssigkeit. Weitere Tipps zum Wassersparen beim Pflanzengießen im Sommer finden Sie hier.

  • Gießen Sie die Pflanzen möglichst nahe der Wurzeln. So vermeiden Sie, dass das Wasser auf den Blättern landet und dort ungenutzt verdunstet.

  • Rindenmulch kann dabei helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Dies ist unter anderem unter Sträuchern oder bei Staudenbeeten sinnvoll.

  • Wenn Sie sich neue Pflanzen kaufen, wählen Sie von vornherein solche, die eher wenig Wasser benötigen. Geeignet sind viele standortgerechte heimische Sträucher wie Fetthenne, Fingerhut, Königskerze oder Mauerpfeffer oder Tiefwurzler, die sich bei Trockenheit mit Wasser aus dem Boden versorgen. Eine Wildblumenwiese hält Trockenheit besser Stand als ein Rasen und bietet zudem unter anderem Bienen und Hummeln Nahrung. Welche Pflanzen mit Hitze gut zurechtkommen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Auf einen Blick: Tipps, um virtuelles Wasser zu sparen

Der schonende Umgang mit der Ressource Wasser liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Viele Produkte, die wir täglich konsumieren, stammen aus Regionen, die unter Wasserknappheit leiden. Wasser zu sparen ist deshalb nicht nur eine Frage des eigenen Geldbeutels oder des Naturschutzes, sondern auch eine Möglichkeit, die Lebensbedingungen von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern.

Während des Zähneputzens den Wasserhahn auszudrehen und Wasser zu sparen, ist ein erster Schritt. Noch effektiver verringern Sie Ihren persönlichen Wasserfußabdruck jedoch, indem Sie virtuelles Wasser sparen. Mit unseren Tipps zur Reduzierung Ihres virtuellen Wasserverbrauchs tun Sie viel Gutes, ohne dabei auf Komfort zu verzichten:

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Saisonal und regional einkaufen: Wer viel regionale und saisonale Lebensmittel kauft, senkt seinen Wasserfußabdruck. Produkte aus der Region haben oft einen deutlich geringeren Wasserverbrauch als Importware.

Sie wollen nicht nur Wasser sparen, sondern auch sonst ressourcenschonend leben? Hier gibt’s noch mehr Tipps für den Klimaschutz im Alltag.

Quelle der Informationen aus der Grafik "Trinkwasserverwendung in deutschen Haushalten 2022": https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/trinkwasserverwendung-im-haushalt/

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