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Lebensmittel, die nachwachsen - Regrowing: Teller statt Tonne

Regrowing: Teller statt Tonne

Lebensmittel, die nachwachsen

Avokadokern, Frühlingszwiebeln und Kräuter stehen zum Nachwachsen auf der Fensterbank.
Inhalt

Salat, Frühlingszwiebeln, Karotten oder Kräuter wandern regelmäßig in Ihren Einkaufskorb? Perfekt! Die Reste der Vitaminlieferanten landen im Biomüll oder auf dem Kompost? Fast perfekt! Gemüse- oder Obstreste verdienen Besseres als die Tonne. Mit ein wenig Geduld, Wasser und Erde kann aus den Überbleibseln wieder Essbares nachgezogen werden.

Regrowing heißt der Trend, aus Gemüse- und Obstabfällen neue Pflanzen wachsen zu lassen. Das Gute: Ob Winter oder Sommer, Stadt oder Land, Haus, Studentenbude oder Kinderzimmer - Regrowing funktioniert fast überall, ist spannend und spart zudem Geld, Ressourcen und Abfall.

Werden auch Sie zum Retter der Gemüsereste und verhelfen Sie Salat und Co. durch Regrowing zum Comeback auf dem Teller!

Das Zauberwort heißt „vegetative Vermehrung“

Möhren, Chinakohl und Sellerie treiben in einer Wasserschale neu aus. Regrowing bedeutet „nachwachsen“. Aus vermeintlichem Biomüll entsteht neues Leben.

Eine ausgewogene Ernährung ist gut für die Gesundheit. Besonders im Winter stärken regionales Obst und Gemüse das Immunsystem. Ist die Karotte geschnippelt, der Salat gezupft und die Avocado geschnitten, landen Wurzelende, Strunk und Kern meist im Mülleimer. Schade eigentlich, denn in Obst- und Gemüseabfällen steckt noch jede Menge Leben. Den kompletten Gemüsebedarf durch Regrowing zu decken, ist jedoch schwierig. Dafür kann das ganze Jahr über geerntet und so mancher Kauf vermieden werden. Probieren Sie es aus und verwandeln Sie Ihre Fensterbank in einen kleinen Gemüsegarten!

Schon gewusst?

Regrowing bedeutet „nachwachsen“ und funktioniert bei Pflanzen, die sich vegetativ, also ungeschlechtlich vermehren. Bei der vegetativen Fortpflanzung entsteht im Gegensatz zur geschlechtlichen Vermehrung eine neue Pflanze ohne Blüte, Befruchtung und Ausbildung eines Samens – allein aus sich teilenden Zellen der Mutterpflanze. Genetisch bedeutet dies, dass die neue Pflanze ein Klon der Mutterpflanze ist.

Wenig Platz und viel Geduld: Die Grundausstattung fürs Gemüse-Recycling

Möhrenreste stehen in einer Glasschale auf der Fensterbank, im Hintergrund steht eine Gießkanne. Machen Sie Ihre Fensterbank zum Gemüsebeet. Für die ersten Regrowing-Versuche benötigen Sie nicht viel Platz.

Regrowing ist nicht nur einfach, sondern auch spannend. Zu sehen, wie aus Resten neues Leben wächst, ist für Erwachsene ebenso faszinierend wie für Kinder und es entsteht eine ganz besondere Wertschätzung für Lebensmittel.

Das wird benötigt:

  • Gemüse-, Obst- und Kräuterreste (ausschließlich gesunde und junge Pflanzenteile)

  • Wasser (muss etwa alle zwei Tage gewechselt werden)

  • Behälter wie Gläser, Schalen oder alte Dosen

  • Erde (anfangs Anzuchterde, später nährstoffreiche Erde)

  • ein heller Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung (Fensterbank)

  • etwa 20 Grad Raumtemperatur

  • etwas Geduld

So funktioniert Regrowing

Regrowing funktioniert immer nach einem recht ähnlichen Prinzip. Während Sie Gemüse, Kräuter oder Obst zurechtschneiden, legen Sie die verwertbaren Reste zur Seite. Beim Gemüse sind dies zum Beispiel die Enden mit Wurzeln, bei Kräutern die Stängel, bei Früchten wie Avocados oder Mangos die Kerne. Danach befüllen Sie ein paar kleine Gläser oder Schalen mit Wasser und geben die Stängel, Kerne oder die Gemüsestücke mit den Wurzeln nach unten hinein.

Auf einen Blick: Gemüse, - Kräuter- und Obstsorten, die nachwachsen

Gemüsesorten wie Frühlingszwiebeln, Möhren, Salat und Rote Beet eigenen sich für erste Regrowing-Versuche. Reste von Frühlingszwiebeln, Salat und Möhren eigenen sich bestens zum Nachwachsen lassen.

Es gibt viele Gemüsesorten, die nachwachsen. Auch Kräuter und Obst können aus Überbleibseln gezogen werden. In unserer Tabelle haben wir die Beliebtesten aufgelistet.

GemüseGewürze und KräuterObst
ZwiebelnBasilikumAnanas
FrühlingszwiebelnMinzeAvocado
LauchKoriander Mango
StangensellerieZitronengrasZitronengras
SalatIngwer
Möhrengrün
Rote Beete
Kartoffeln
Fenchel
Romanasalat

Regrowing: Gemüse

Aus dem Strunk von Salaten wachsen in Wassergläsern, die auf der Fensterbank stehen, neue Blätter. Salat ist ein beliebtes Regrowing-Gemüse. Anstatt den Strunk wegzuwerfen, wird er einige Tage in ein Glas mit Wasser gesetzt.

Einige Gemüsesorten eignen sich besonders gut für Regrowing-Anfänger, da die Erfolgsaussichten hoch sind und relativ schnell geerntet werden kann. Hier stellen wir Ihnen die beliebtesten Kandidaten vor:

Frühlingszwiebel:

Die Frühlingszwiebel ist das perfekte Einsteigergemüse für den Regrowing-Start, denn bei dem Lauchgewächs funktioniert das Nachwachsen fast immer und alles, was dazu benötigt wird, ist ein Glas Wasser.

So geht’s:

  • Schneiden Sie die Zwiebel etwa vier Zentimeter oberhalb der Wurzel ab. Damit es sich lohnt, nehmen Sie am besten gleich mehrere Zwiebeln.

  • Stellen Sie die Enden mit der Wurzel in ein mit Wasser gefülltes Glas und wechseln Sie das Wasser alle zwei Tage.

  • Bereits nach drei Tagen ist zu sehen, wie die Zwiebeln langsam nachwachsen. Nach etwa zwei Wochen sind die neuen Stangen ausreichend lang, um damit zu kochen. Die Reste können erneut in frisches Wasser gestellt werden. Sie beginnen dann, von Neuem zu wachsen.

Tipp: Auch Lauch (Porree) ist bestens für erste Regrowing-Versuche geeignet.

Romanasalat

Ein typisches Regrowing-Gemüse ist Salat. Romana-Salat ist besonders beliebt.

So geht’s:

  • Beim Romanasalat schneiden Sie den Strunk etwa fünf Zentimeter oberhalb des Endes ab.

  • Stellen Sie den Strunk in ein mit Wasser gefülltes Glas. Achten Sie dabei darauf, dass sich wirklich nur der untere Teil des Strunks im Wasser befindet, da die Blätter sonst faulen können.

  • Wie auch bei den Frühlingszwiebeln gilt beim Regrowing von Romanasalat: Das Wasser sollte täglich oder alle zwei Tage gewechselt werden.

  • Bereits nach zwei Tagen beginnen neue Blätter zu sprießen.

Tipp: Wenn sich Wurzeln bilden, kann der Strunk in einen Topf mit Erde eingepflanzt werden. So wächst der Salat noch besser.

Möhre

Bei der Möhre kann das Karottengrün, auch Möhrenkraut genannt, nachgezogen werden. Es lässt sich in roher Form wie Petersilie zum Würzen von Salaten, Suppen, Eintöpfen und als vitalstoffreiche Zutat in grünen Smoothies verwenden.

So geht’s:

  • Schneiden Sie die Möhre ungefähr zwei Zentimeter unter dem Ende ab. Vom Möhrengrün sollten ebenfalls etwa zwei Zentimeter stehen bleiben.

  • Legen Sie das Stück in ein Glas oder in eine Schale mit Wasser, das alle zwei Tage gewechselt werden sollte.

  • Sobald sich ein paar Wurzeln gebildet haben, kann die Möhre eingepflanzt werden.

  • Nach zwei bis drei Wochen kann das Möhrengrün geerntet werden.

Schon gewusst?

Das Möhrenkraut besitzt viele Bitterstoffe und Ballaststoffe, die die Verdauung in Schwung bringen. Außerdem enthält es mehr Kalzium als die Rübe selbst.

Zwiebel

Bei der Zwiebel kann die komplette Pflanze oder nur das Zwiebelgrün neu wachsen. Letzteres erreichen Sie, indem Sie die Zwiebel mit der Wurzel ins Wasser stellen. Um eine neue Zwiebel wachsen zu lassen, benötigen Sie einen Topf mit Erde.

So geht’s:

  • Füllen Sie einen Blumentopf zu einem Drittel mit Erde. Setzen Sie das Zwiebelende mit der Wurzel nach unten ein und bedecken Sie den Setzling mit Erde.

  • Stellen Sie den Blumentopf an einen hellen, warmen Ort.

  • Gießen Sie regelmäßig.

Tipp: Knoblauch können Sie genauso nachwachsen lassen. Legen Sie einfach die ganze Knolle in die Erde.

Wer beim Regrowing auf den Geschmack kommt, hat vielleicht schon bald Lust, Gemüse, Obst oder Kräuter auf dem Balkon oder im eigenen Garten anzubauen. So gedeihen zum Beispiel Tomaten auch im Kübel und sogar Äpfel können vom Mini-Apfelbaum auf dem Balkon geerntet werden.

Regrowing: Kräuter

Basilikum wächst in einem Blumentopf beim Regrowing in der Küche.Minze, Basilikum, Rosmarin und Koriander eignen sich gut für eine Wiederverwertung. Sie können aus Stängeln gezogen und dann eingepflanzt werden.

Frische Kräuter und Gewürze geben vielen Gerichten den letzten Schliff, übrig bleibt jedoch oft Küchenabfall. Doch auch hier ist Regrowing eine Lösung: Mithilfe von Setzlingen lassen sich kurzerhand neue Pflanzen heranziehen. Das Vorgehen ist dabei bei den meisten Kräutern identisch.

Basilikum, Minze und Co.

So geht’s:

  • Kürzen Sie die Stängel unterhalb der Blätter, wobei die Gesamtlänge zwischen fünf und sieben Zentimeter betragen sollte.

  • Stellen Sie die Stängel in ein Glas mit Wasser. Das Wasser sollte alle ein bis drei Tage gewechselt werden.

  • Wenn die Wurzeln sichtbar gewachsen sind, werden die Stängel in einen Blumentopf mit Erde gepflanzt.

  • Nach einiger Zeit können die nachgewachsenen Kräuter geerntet werden.

Tipp: Auch die wilden Verwandten gängiger Küchenkräuter haben unsere Aufmerksamkeit verdient. In Deutschland gibt es über 1500 essbare Wildkräuter, die gesünder und vitaminreicher sind, als man so denkt. Regional, saisonal und gratis ist das, was die Natur uns im wahrsten Sinne des Wortes „vor die Füße“ wirft, obendrein. Probieren Sie es aus und verbinden Sie ihren nächsten Spaziergang mit einer spannenden Delikatessenjagd!

Regrowing: Obst

Zwei mit Wasser gefüllte Gläser mit jeweils einem Ananasblattschopf darin. Die Anzucht einer neuen Ananaspflanze aus dem Blattschopf der Ananasfrucht ist nicht schwierig, erfordert jedoch viel Geduld.

Wer bereits ein wenig Regrowing-Erfahrung gesammelt hat, kann sich auch an Obstsorten wie Ananas versuchen. Hier ist jedoch neben intensiver Pflege vor allem viel Geduld gefragt.

Ananas

Die Ananas stammt aus den Tropen und mag es daher das ganze Jahr über warm und feucht. Deshalb kann sie hierzulande nur drinnen angebaut werden. Ein sonniger Platz auf der Fensterbank oder im hellen und beheizten Wintergarten gefällt ihr besonders gut. Am besten gedeiht sie, wenn die Temperatur konstant zwischen 25 und 30 Grad liegt. Zum Nachwachsenlassen eignet sich am besten eine sehr reife, aber noch nicht überreife Ananas. Bis die Ananas eine kleine Frucht trägt, kann es durchaus zwei Jahre dauern.

So geht’s:

  • Mit einem scharfen Messer wird der obere Teil der Ananas abgetrennt. Schneiden Sie außerdem sämtliches Fruchtfleisch um den Strunk ab, sodass nur dieser übrig bleibt.

  • Stellen Sie den Strunk so lange in ein Gefäß mit Wasser, bis sich Wurzeln bilden.

  • Wenn Wurzeln vorhanden sind, kann der Umzug in den Blumentopf erfolgen.

  • Wählen Sie ein ausreichend großes Pflanzgefäß mit Abflussloch, damit keine Staunässe entsteht.

  • Stellen Sie den Topf mit dem Ananassetzling an einen sonnigen, warmen Ort und gießen Sie regelmäßig.

Mangos benötigen wie Ananas ein sonniges, warmes Klima. Trotzdem lässt sich auch hierzulande aus einem Mangokern mit ein bisschen Glück zumindest eine Mangopflanze heranzüchten. Auch aus einem Avocadokern wächst eine hübsche Pflanze. Bis diese Früchte trägt, kann es jedoch Jahre dauern. Gleiches gilt für die Anzucht eines Zitronenbaums.

Aus Alt mach Neu: Wie Küchenreste wieder wachsen

Gemüsereste in einem kleinen Eimer für kompostierbare Abfälle. Zu schade für die Tonne: Die Idee, Gemüsereste nachwachsen zu lassen ist nicht neu, aber nachhaltig.

So neu, wie Regrowing klingt, ist es gar nicht. Schon unsere Großeltern haben Stecklinge von Pflanzen genommen und Gemüse nachwachsen lassen. Der Strunk der Gemüsezwiebel, das letzte Stückchen Ingwer oder der grüne Haarschopf der Ananas: Was normalerweise ruckzuck in der Tonne landet, erwacht zu neuem Leben. Das macht Spaß und spart auch noch Geld.

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